Cybernet Schweiz wird an Viatel verkauft

Uhr | Aktualisiert
Die Viatel Holding (Bermuda) Limited, London, übernimmt von Cybernet Internet Services International Inc., Delaware, die Cybernet (Schweiz) AG. Deren CEO René M. Waser, der CTO Joao Paulo Folgado sowie Name und Logo bleiben dem Unternehmen erhalten. Der in den USA und Europa tätige Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen unterstreicht damit seine Expansionsstrategie, nachdem er im letzten Sommer dem Bankrott mit neuer Frische und frisch strukturiert entgangen ist. Waser betonte gegenüber den NetzwocheTicker, dass Cybernet (Schweiz) AG durch den Zugang zum Glasfaser-Backbone von Viatel auch grösseren Kunden mit hohen Bandbreitenbedürfnissen bessere Dienstleistungen und eine nationale und internationale Anbindung aus einer Hand anbieten könne. Cybernet wolle sich aber weiterhin auf die KMU konzentrieren. Gerade die Konzentration auf KMU, zusammen mit der Lancierung von ADSL, sei dafür verantwortlich, dass Cybernet Schweiz als einzige ehemalige Cybernet-Ländergesellschaft in Europa 2002 ein positives Ergebnis erzielt habe. Beim Ausverkauf dieser Länderunternehmen durch die Cybernet-Mutter hatte Waser so wenigstens eine starke Stellung bei den Verkaufsverhandlungen. Zwar konnte der vor einem Jahr schon vorgeschlagene MBO nicht realisiert werden, das Management von Cybernet Schweiz konnte aber immerhin mitbestimmen, wer die Firma kauft, sagt Waser. Wir wollten, dass eine Übernahme unseren Kunden einen Mehrwert bringen würde und dass wir unsere Geschäfte wie bisher weiter führen konnten. Zudem, so Waser, sollte der Käufer noch nicht als ISP in der Schweiz tätig sein, um Entlassungen zu vermeiden, denn die habe er schon 2000, als er CEO des Unternehmens wurde, durchführen müssen, und das sei ihm genug gewesen. Dies ist sicher auch ein Grund, warum die in der Schweiz präsente PSINet nicht in Frage kam, wie etwa in Deutschland, wo PSINet Europe im Dezember die Internetdienstleistungen der dortigen Cybernet übernahm.