Gewerkschaften kritisieren Swisscom in Zusammenhang mit Accarda-Verkauf
Swisscom verkauft Accarda, Anbieter von Dienstleistungen für Kundenkarten mit Zahl- und Kreditfunktion, an den Genfer Detailhandelskonzern Maus Frères Holding, wie der Telco gestern bekannt gab. Der Maus-Gruppe gehört unter anderem das Warenhaus Manor. Maus ist einer der wichtigsten Kunden von Accarda, die beiden Unternehmen arbeiten seit über 20 Jahren zusammen.
Accarda wurde 1970 als NCR Data Center gegründet und gehörte seit 2003 der Swisscom-Tochter Billag. 2005 positionierte Swisscom Accarda als Mutter von Billag und Medipa, Anbieter von Lösungen für Ärzteabrechnungen. Billag, Medipa und der Inkassobereich von Accarda (Collection Services) bleiben bei Swisscom. Per 1. Juli 2007 entsteht aus dem Inkassogeschäft eine eigenständige Gesellschaft mit Namen Alphapay.
Swisscom begründet den Verkauf des Kartengeschäfts von Accarda damit, dass man sich auf Aktivitäten im Kerngeschäft konzentrieren wolle.
Die Maus-Gruppe will das Kartengeschäft von Accarda als eigenständige Gesellschaft weiterführen und ausbauen. Alle rund 200 Mitarbeitenden, die bisher in der Einheit Card Services von Accarda beschäftigt wurden, sollen übernommen werden.
Die Gewerkschaften Kommunikation und Transfair kritisieren allerdings genau diesen Punkt. Sie sind "empört“, weil mit der Ankündigung des Verkaufs per Ende Jahr der Gesamtarbeitsvertrag gekündigt wurde. Sie sehen "in diesem Vorgehen einen unfreundlichen Akt von Swisscom, der einer guten Sozialpartnerschaft nicht würdig ist" und erwarten von der Maus-Gruppe und Accarda die Aufnahme von Verhandlungen über den Abschluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrags.
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