IBM übernimmt Cognos - und fordert damit Oracle und SAP heraus
IBM gab gestern bekannt, für 4,9 Milliarden US-Dollar den auf Business Intelligence spezialisierten Software-Hersteller Cognos aus Kanada übernehmen zu wollen. Wenn die Cognos-Aktionäre dem Deal zustimmen (ihnen werden 58 US-Dollar pro Aktie geboten), soll die Übernahme im ersten Quartal 2008 abgeschlossen werden.
Für IBM ist dies die teuerste Übernahme in der Firmengeschichte. IBM hat vor, die Technologie von Cognos als Gruppe in die Information Management Software Division zu integrieren. Der bisherige Cognos-CEO Robert Ashe soll die Gruppe leiten.
Dass die Aussagen von CEOs nicht immer für bare Münze genommen werden dürfen, zeigt ein Interview, das die Netzwoche vor drei Wochen mit Ashe führte: Angesprochen darauf, dass SAP den Konkurrenten Business Objects übernommen hatte, meinte er: „Im Prinzip ist die BO-Übernahme für uns doch beste Werbung – im Independent Marketplace gibt es ausser uns jetzt niemanden mehr.“
SAP hatte vor vier Wochen die Übernahme von Business Objects angekündigt, dies nachdem Oracle den Konkurrenten Hyperion Solutions übernommen hatte.
„Die Softwaresparte von IBM ist durch den Zukauf klar auf Konfrontationskurs zu Oracle, SAP und Microsoft gegangen“, interpretiert in der Financial Times Deutschland der Gartner-Analyst Andreas Bitterer den Kauf.
Cognos erzielte im Ende Februar abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 979,3 Million US-Dollar und einen Gewinn von 115,7 Millionen US-Dollar. Der BI-Anbieter beschäftigt weltweit rund 4'000 Mitarbeitende in 135 Ländern. In der Schweiz hat das Unternehmen Niederlassungen in Zürich und Genf.
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