Internet-User schauen weniger TV und gehen mehr aus

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Das World Internet Project (WIP) 2004, eine breit angelegte internationale Studie zur Internetnutzung, zeigt, dass Internetnutzer keine grösseren Stubenhocker sind als die Nicht-Nutzer und keineswegs vor ihren Bildschirmen vereinsamen. Sie gehen mehr oder gleich viel aus wie die Nicht-Nutzer und treiben mindestens so viel Sport. Im Vergleich zu diesen schauen sie weniger fern, lesen aber in den meisten der 14 untersuchten Länder mehr Bücher. Beim Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Online-Informationen gibt es von Land zu Land beträchtliche Unterschiede. Die Koreaner vertrauen dem Internet als Informationsmedium mit 69,7 Prozent am meisten, am kritischsten sind die Schweden, Japaner und die Deutschen. Ansonsten hat die Studie, die von der University of California at Los Angeles, dem Europäischen Medieninstitut und weiteren internationalen Partnern Ende der 90er-Jahre initiiert wurde, viel Bekanntes bestätigt. So etwa den digitalen Graben zwischen Nord und Süd, aber auch jener zwischen den Geschlechtern. Am stärksten ist der Geschlechtergraben in den untersuchten Ländern Südeuropas ersichtlich. In Italien etwa nutzen 21,5 Prozent der Frauen das Netz, bei den Männern sind es 41,7 Prozent. In Spanien ist das Verhältnis mit 27,2 zu 46,4 Prozent ähnlich unausgewogen. In nordeuropäischen Ländern, aber auch in vielen asiatischen Industrieländern, ist dieser Graben bedeutend kleiner. Ein weiteres Resultat der Studie ist schliesslich, dass das Internet in den chinesischen Städten bedeutende Auswirkungen auf das soziale, politische, wirtschaftliche und religiöse Leben habe, da über das Internet viele staatliche Restriktionen umgangen und der Kontakt zu Menschen mit den gleichen Interessen oder Überzeugungen erleichtert werde.