Internet-Wahlkampf eröffnet - aber unvollständig
Die im Frühling fusionierten Wahlplattformen kandidaten.ch und smartvote.ch eröffnen im Hinblick auf die Nationalrats- und Ständeratswahlen im Herbst den Wahlkampf im Internet. Ziel der Betreiber ist es, auf der KandiDatenbank in den nächsten Monaten alle rund 3000 Kandidierenden zu erfassen. Zurzeit haben sich gemäss Angaben auf der Plattform bereits 800 Kandidatinnen und Kandidaten registriert. Mit der KandiDatenbank kann über die Kriterien Name, Partei oder Kanton nach Kandidierenden gesucht werden. Ab September soll es dann möglich sein, über das Tool myvote online die Wahlen zu simulieren.
Smartvote.ch ist eine Onlinewahlhilfe, mit der anhand von 70 Fragen zu politischen Themen respektive Stellungnahmen die Profile der Kandidierenden herausgeschält werden sollen. Damit hätten die Wählenden die Möglichkeit, ihre eigenen Einstellungen und Ansichten mit jenen der Kandidierenden zu vergleichen. Hätten, denn die Bereitschaft der Kandidierenden, hier mitzumachen und die Karten über ihre politische Gesinnung aufzudecken, ist sehr bescheiden. Nur ein Viertel der Registrierten, also rund 200 Personen oder nicht einmal zehn Prozent aller Kandidierenden, werden auf entsprechende Anfrage von der Datenbank ausgespuckt. Unter diesen finden sich Mitglieder (fast) aller Parteien. Von den grossen Parteien haben sich viele Vertreter von SP, FDP und CVP geoutet, eher selten sind Vertreter der SVP – Ausnahme JSVP - anzutreffen.
Damit die Plattform eine gewisse Aussagekraft erreicht, müsste die Bereitschaft der Kandidierenden, sich daran zu beteiligen, in den nächsten Wochen sprunghaft ansteigen. Als Grund für die bescheidene Beteiligung der Kandidierenden ist allenfalls die grosse Zahl ähnlicher und mit kandidaten.ch/smartvote.ch in Konkurrenz stehender Politplattformen, darunter ch03.ch, politiker.ch, parlarating.ch oder politarena.ch. Letztere möchte Ende August mit ihrer eigenen Online-Wahlhilfe, die auf einem Fragebogen basiert, starten. Hinter kandidaten.ch/smartvote.ch steht die Webagentur MySign AG aus Aarau.
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