Ist der Streit zwischen Microsoft und FSIB ein Missverständnis?
Letzte Woche veröffentlichte die parlamentarische Arbeitsgruppe für digitale Nachhaltigkeit eine Pressemitteilung, in der sie auf einen Bericht der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (FSIB) hinwies. Diese empfahl Microsoft-Produkte nicht mehr an Schulen einzusetzen, vor allen nicht das Microsoft-Angebot Live@edu wegen seiner sehr nachteiligen Datenschutzbedingungen.
Laut Inside-IT reagierte Microsoft mit einem Schreiben, indem das Unternehmen die zentralen Aussagen als falsch bezeichnete und darauf hinwies, dass die Analyse der FSIB auf falschen Grundlagen beruhe. Gemäss Microsoft handelt es sich bei den verwendeten Datenschutzbedingungen nur um solche, die sich auf die Beantragung von Test-Accounts für Lehrpersonen beziehen und zwar auf der Webpage Lifeatedu.ch.
Dies im Unterschied zu den Dienstleistungen die unter dem Namen Live@edu - man beachte die Rechtschreibung. Ausserdem seien die Nutzungsbestimmungen und Datenschutzerklärung für die Schweizer Version von Live@edu noch gar nicht fertig, so Microsoft-Sprecherin Barbara Josef gegenüber Inside-IT. Microsoft ergänzte in Folge auch die fragliche Webpage am 19. März mit folgendem Hinweis: „Bei den hier aufgeführten Datenschutzerklärungen handelt es sich um diejenigen der Informationsplattform www.liveatedu.ch. Diese haben nichts zu tun mit den Nutzungsbedingungen der Live@edu Dienste und beziehen sich ausschliesslich auf das Web-Formular unter www.liveatedu.ch, mit welchem Lehrpersonen Live@edu Test-Accounts bestellen können.“
Gemäss Robert Koller, Direktor von Educa.ch, das die FSIB führt, wusste Microsoft allerdings schon seit dem 3. März von der Empfehlung. Barbara Josef bestätigte dies gegenüber dem Netzticker. Sie gab aber auch an, dass Microsoft bereits damals direkt reagiert hatte. „Wir waren mit der Empfehlung schon damals nicht einverstanden“, so Josef.
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