Léo Apotheker kurz vorm Fall
Der scharfe Richtungswechsel, den der HP-Chef Léo Apotheker dem Konzern verpasst hat, könnte für ihn nun das Aus bedeuten.
Spekulationen über den Rauswurf des HP-Chefs Léo Apotheker lassen die Aktionäre jubeln. Gemäss übereinstimmenden Informationen von Seite der Financial Times Deutschland (FTD) und US-Medien erwägt der HP-Verwaltungsrat Apotheker von seinem Chefsessel zu stürzen. Eine endgültige Entscheidung sei gemäss FTD noch nicht gefallen. Als Nachfolger ist die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman im Gespräch.
Apotheker hatte vor rund einem Jahr den Posten von Mark Hurd übernommen, der wegen einer undurchsichtigen Affäre zu einer externen Mitarbeiterin gefeuert wurde. Apotheker hatte Mitte August angekündigt, HP mehr in Richtung Dienstleistungen auszurichten und das Kerngeschäft mit Computern abzustossen oder auszugliedern.
Schroffer Führungstil
Sollte der ehemalige SAP-Chef tatsächlich gehen müssen, wäre das für ihn schon der zweite Karrierknick in Folge. Denn bei SAP hatte er den Chefposten nach Differenzen mit dem Gründer Hasso Plattner im Februar 2010 räumen müssen. Apotkeker wurde schon damals ein recht schroffer Führungsstil nachgesagt.
Der Aktienkurs sprang kurz nach der Meldung vom eventuellen Rauswurf des HP-Chefs um vier Prozent nach oben. HP teilte mit, dass sie die Spekulationen nicht kommentieren.
Whitman hat wenig Erfahrung
Ob an der Bloomberg-Meldung etwas dran ist, dass das Verwaltungsratsmitglied Meg Whitman als Nachfolgerin oder Interimschefin erwogen werden könnte, bleibt noch offen. Die Internetmilliardärin, die den Internetkonzern Ebay 2008 nicht gerade in bester Verfassung verlassen hatte und sich vergangenes Jahr erfolglos um das Amt des kalifornischen Gouverneurs bewarb, hat wenig Ahnung von der Computerindustrie.
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