Supportstreit: Unzufriedene SAP-Kunden schalten Weko ein
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission Weko hat eine Vorabklärung im Fall des Supportstreits zwischen SAP und der in der IG SAP Wartung CH zusammengeschlossenen SAP-Kunden eröffnet. Dies bestätigte Weko-Vizedirektor Olivier Schaller auf Anfrage des Netztickers. In der Vorabklärung gehe es zunächst darum, die Vorwürfe auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen und nach Indizien einer unzulässigen Wettbewerbsbeschränkung durch SAP zu suchen. Dazu wurden Fragebogen an „geeignete Unternehmen“ verschickt. Wer die Empfänger sind, wird derzeit nicht bekannt gegeben. Wie lange diese Voruntersuchung dauern wird, steht noch nicht fest. Dies hänge von der Komplexität und der Anzahl der zurückgesandten Fragebogen ab. „Es kann sich aber erfahrungsgemäss um einige Monate handeln“, so Schaller. Gibt es ausreichende Anhaltspunkte für eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung, kann eine Untersuchung eröffnet werden.
Die Meldung an die Weko ist der neueste Eskalationsschritt im seit Mitte letzten Jahres schwelenden Streits um die Supportgebühren für SAP-Kunden. Während SAP den Kunden in Deutschland und Österreich inzwischen entgegengekommen ist und den Standardsupport für ein weiteres Jahr anbietet, gilt dies nicht für die SAP-Anwender in anderen Ländern. Mittlerweile organisiert sich der Widerstand aber auch ausserhalb des deutschsprachigen Raumes, so etwa im Rahmen der SAP User Group Executive Network (SUGEN), in der 14 Landesgesellschaften organisiert sind.
Wie dem Netzticker zugetragen wurde, sind manche der in der IG SAP Wartung CH zusammengeschlossenen Schweizer Anwenderfirmen nun entschlossen, nur 17 Prozent zu zahlen und es darauf ankommen lassen, ob SAP sich zu dem Schritt verleiten lässt, seine Kunden zu verklagen. Diesem Protest wollen sich demnach auch betroffene Unternehmen anderer Länder anschliessen. Derweil sind der Schweizer SAP-Niederlassung offenbar die Hände gebunden, werden doch die Entscheidungen in diesem Fall alleine in Walldorf getroffen. Dennoch versucht SAP Schweiz offenbar die Wogen zu glätten, so gut das möglich ist. Laut Insider ist man in Regensdorf zurzeit sehr grosszügig mit Rabatten bei der Vergabe von Neulizenzen.
Mehr zum Thema SAP-Supportstreit lesen Sie in der Netzwoche Nr. 2 von morgen.
BACS warnt
So variantenreich tricksen Betrüger mit Deepfakes
Uhr
Vorzugsaktien für Aufsichtsstiftung
Infomaniak bereitet Börsengang vor
Uhr
1. Halbjahr 2026
Also steigert Konzerngewinn um 61 Prozent
Uhr
Lernende, Kunden und Partner betroffen
Update: Datenabfluss bei Genfer Stiftung für Erwachsenenbildung schwerer als gedacht
Uhr
Chips werden Mangelware
KI-Boom bringt Halbleiter-Hersteller ans Limit
Uhr
Spezialist für Supply Chain Security
Aricoma übernimmt Schweizer Unternehmen Dentsu Tracking
Uhr
MAI-Cyber-1-Flash
Microsoft lanciert KI-Modell zur Erkennung und Behebung von Schwachstellen
Uhr
Bogenschiessen wie Odysseus? Hut retten wie Indy?
So realistisch sind die Heldentaten in Hollywood-Filmen
Uhr
Umstrittene Gründer, viele offene Fragen
Update: Dream Security liebäugelt mit Schweizer Cybersecurity-Markt
Uhr
Roman Bachmann
Switch Cloud unter neuer Leitung
Uhr