Swisscom und Telekom Austria bestätigen Fusionsgespräche
Auf Wunsch der österreichischen Übernahmekommission bestätigte Swisscom gestern Abend Gespräche über eine Zusammenführung der beiden Telekommunikationsunternehmen Swisscom und Telekom Austria. "Im Vordergrund der Verhandlungen steht dabei die Variante des vom Aufsichtsrat bereits grundsätzlich genehmigten Verkaufs eines 17 Prozent-Anteils über die Börse sowie eine industrielle Lösung gemeinsam mit einem strategischen Partner", erklärt Alfred Heinzel, Aufsichtsratspräsident der Staatsholding ÖIAG. Diesbezüglich habe die ÖIAG Gespräche mit der Swisscom AG geführt.
"Vor diesem Hintergrund ist auch die für kommenden Sonntag anberaumte ausserordentliche Sitzung des ÖIAG-Aufsichtsrats zu sehen, in deren Rahmen dem Kontrollgremium über die Grundzüge einer allfälligen strategischen Lösung mit Swisscom sowie über den aktuellen Stand der Evaluierung der beiden Optionen berichtet werden soll", so Heinzel weiter. Details will die ÖIAG vor Befassung der zuständigen Organe nicht nennen.
In der ÖIAG nahe stehenden Kreisen munkelt man, "dass der Zug in Richtung Swisscom fährt", berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Swisscom biete einen Preis zwischen 15 und 16 Euro je Telekom Austria-Aktie, was einem Aufschlag von 10 bis 17 Prozent auf den Schlusskurs von 13,63 Euro am Dienstag bedeuten würde. Dies entspräche etwa dem, was die ÖIAG für einen angemessenen Preis halte.
Die ÖIAG ist mit 42,7 Prozent direkt an der Telekom Austria beteiligt. Mit weiteren fünf Prozent ist die Staatsholding an eine Umtauschanleihe gebunden. Eine Übernahme des ÖIAG-Paketes würde laut österreichischem Gesetz ein Pflichtangebot für die im Publikum befindlichen Telekom Austria-Aktien auslösen, berichtet Reuters weiter. Die Grenze dafür liege bei 30 Prozent.
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