Angriff auf Amazon und Google

Der Cloud-Masterplan von Microsoft

Uhr | Aktualisiert

Microsoft hat in San Francisco seine künftige Cloud-Strategie dargelegt. Das Unternehmen setzt auf Offenheit, Partnerschaften, neue virtuelle Maschinen - und Linux.

Satya Nadella, der nächste CEO von Microsoft? (Quelle: http://www.flickr.com/photos/86704644@N00/11315186824)
Satya Nadella, der nächste CEO von Microsoft? (Quelle: http://www.flickr.com/photos/86704644@N00/11315186824)

Microsoft gewinnt mit seiner Azure-Cloud laut eigenen Angaben jeden Tag 10'000 neue Kunden. 40 Prozent des Umsatzes, den Azure für Microsoft generiert, seien von unabhängigen Softwareherstellern (ISVs) und Start-ups. Laut Techcrunch speichert die Azure-Cloud bereits über 30 Billionen Objekte.

Und doch hat es Microsoft in der Cloud schwer. Amazon dominiert den Markt für IaaS (Infrastructure as a Service) und PaaS (Platform as a Service) deutlich. Das Unternehmen erzielt mit seinen Cloud-Angeboten 15 Prozent mehr Umsatz als Google, IBM, Microsoft und Salesforce zusammen.

An einer Veranstaltung in San Francisco hat Microsoft nun seine neue Cloud-Strategie dargelegt. CEO Satya Nadella und Cloud-Chef Scott Guthrie betonten, dass Microsoft für Azure mittlerweile elf Millionen Server in 17 Regionen betreibe. Mit der Expansion in Australien seien es bald 19. Damit werde Microsoft bald doppelt so viele Regionen wie Amazon und sechsmal so viele wie Google anbieten. Bei den Investitionen in Rechenzentren sei das Verhältnis gleich, sagt Microsoft.

Linux und G-Series

Microsoft stellte auch Produkte vor, die für Nachfrage nach Azure im Geschäftsumfeld sorgen sollen. Unter anderem neue virtuelle Instanzen (VMs) namens G-Series. Laut Microsoft bieten diese bis zu 32 Xeon-Prozessoren, 450 Gigabyte Arbeitsspeicher und 6,5 Terabyte lokalen SSD-Speicher. G-Series seien damit die momentan grössten VMs in der Public Cloud.

Rund 20 Prozent der virtuellen Maschinen auf Azure würden heute auf Linux laufen, sagte Nadella laut Ars Technica bei seiner Präsentation. Und für die Distributionen CentOS, Oracle Linux, Suse und Ubuntu gebe es auch Enterprise-Support. Microsoft kündigte zudem eine neue Partnerschaft an: Um seine Azure-Cloud weiter zu verbreiten, ist das Unternehmen eine Kooperation mit Cloudera eingegangen. Das US-Start-up bietet eine kommerzielle Distribution von Apache Hadoop an und gilt als Shootingstar in der Big-Data-Szene. Auch Unternehmen wie Dell, Intel, Red Hat und Mongo DB starteten bereits Partnerschaften oder Investitionen in das Unternehmen.

Microsofts neue Offenheit

Dass Microsoft auf Produkte aus der Open-Source-Szene zugeht, war nicht immer so. Ex-CEO Steve Ballmer bezeichnete das offene Betriebssystem Linux noch als Krebsgeschwür. Sein Nachfolger Nadella hingegen kündigte in San Francisco eine weitere Partnerschaft mit einem Linux-Spezialisten an: Core OS ist nun ebenfalls auf Azure verfügbar - inklusive Enterprise-Support. Kunden von Azure sollen die Linux-Distribution direkt aus dem Azure Markteplace installieren können.

Core OS ist eine Linux-Distribution, die auf dem Open-Source-Projekt Docker basiert. Microsoft kündigte bereits vor ein paar Tagen eine Partnerschaft mit Docker an. Die Partner wollen die Virtualisierungstechnologie, an der sich über 600 Entwickler beteiligen, auf Windows-Server bringen.

"Azure in a box"

Für Azure gibt es nun zudem einen virtuellen Marktplatz. Über diesen App Store können Drittanbieter wie Cloudera virtuelle Maschinen, Software-as-a-Service-Lösungen und Dienstleistungsangebote vertreiben. Das sei besonders für Start-ups und ISVs attraktiv, betonte Microsoft.

Gemeinsam mit Dell wird Microsoft bald auch vorkonfigurierte Appliances für Hybrid-Cloud-Lösungen anbieten. Kunden können so in ihren Rechenzentren eigene Azure-Plattformen betreiben. Die On-Premise-Lösung "Azure in a box" soll ab dem 3. November erhältlich sein.

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