Nächste Phase von Peax

Luzerner Spin-off zeigt seinen digitalen Briefkasten

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

Das Luzerner Spin-off Peax will seinen erweiterten digitalen Briefkasten im zweiten Quartal 2015 lancieren. Die Lösung soll Kunden das Dokumentenmanagement erleichtern. Die Redaktion sprach mit Peax CEO Stefan Hermann.

Im Schwimmbecken des Neubads in Luzern hat Peax vergangene Woche den Startschuss für die nächste Phase seines elektronischen Briefkastens gegeben. Nach 10 Jahren Entwicklung, ausführlichen Tests und einer umfangreichen Pilotphase soll das Produkt im zweiten Quartal dieses Jahres offiziell in der Schweiz lanciert werden.

Auf dem Event zogen die Entwickler unter dem Motto: "Der Pilot war cool, das feiern wir im Pool" Zwischenbilanz. Mehrheitlich waren die Pilottester des Produkts sowie Interessierte aus Wirtschaft und Politik zugegen, um sich über die weiteren Pläne zu informieren. Zusätzlich präsentierte die Hochschule Luzern, welche als wissenschaftlicher Partner in die Entwicklung eingebunden war, erste Forschungsergebnisse zum Produkt. Die Veranstaltung wurde mit einer Podiumsdiskussion zwischen Céline Châtelain, Nationale Suisse, Stephan Arnold, E-Government-Beauftragter des Kantons Luzern, Roland Portmann, Dozent Hochschule Luzern – Technik & Architektur, und Stefan Hermann, CEO Peax, abgeschlossen.

10 Jahre Entwicklungsarbeit

Peax ist ein zentrales und vernetztes Portal für das Empfangen sowie die Verwaltung von Dokumenten. Kernelement ist ein "elektronischer Briefkasten". Durch diesen sollen bisher isolierte Kundenportale von Firmen auf einer zentralen Plattform zusammengeführt werden, sagte Hermann. Die Idee hierzu gehe bereits auf das Jahr 2005 zurück.

Bei der Entwicklung arbeitete Peax sehr eng mit der Hochschule Luzern und der Berner Fachhochschule zusammen. Dabei habe Peax sehr stark vom theoretischen Wissen der Forscher profitieren und dieses in sein Produkt einfliessen lassen können. Die Zusammenarbeit sei für beide Seiten sehr fruchtbar gewesen, sagte Hermann. Die grössten Hürden bei der Entwicklung waren Sicherheit, rechtliche Aspekte und Daten-Skalierbarkeit. Laut Hermann seien innovative Partner notwendig gewesen, um diese Herausforderungen zu meistern.

Funktionsumfang des Pilot-Produkts

Mit Peax wird der Kunde in den Mittelpunkt gestellt, bewirbt das Unternehmen sein Produkt. Alle Kanäle werden auf den Kunden gebündelt, sagte Hermann. Dabei soll dieser die Kontrolle über die Daten und Dokumente behalten und nicht die Firmen. In einem Pilot mit 500 Testern wurde der so entwickelte digitale Briefkasten auf Herz und Nieren getestet. Ziel war es "den gesamten Lebenszyklus von Dokumenten abzubilden", fasste Hermann zusammen. Unabhängig von der Quelle der Dokumente, ob Bank, Einzelhändler oder auch Verkehrsbetriebe, sollten alle Daten im Peax-Portal digital verarbeitet und dem Nutzer bereitgestellt werden. Mithilfe eines professionellen Scanning-Centers digitalisiert Peax die Postsendungen und stellt sie dann im Portal bereit.

Dabei gab es auch Schwierigkeiten zu überwinden, denn nicht alle Institutionen verstanden das Konzept und wollten ihre Post an die Adresse des Scanning-Centers schicken, sagte Hans-Peter Christen, Geschäftsführer SWING Informatik und Hpcpartners, in seiner Zwischenbilanz. Hier musste Peax erst Überzeugungsarbeit leisten, letztendlich hätten aber die meisten Firmen zugestimmt.

Laut Hermann konzentrierte sich Peax in der Pilotversion vorrangig auf die Funktionalität der Lösung. Zunächst sollte die Technik ausgereift sein, so Hermann. Besonders wichtig waren Sicherheitsaspekte. In Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule habe Peax Sicherheitsmechanismen von hoher Qualität entwickeln können.

Grundüberlegung der Entwicklung sei es gewesen, die Komplexität für den Kunden möglichst zu reduzieren, sagte Hermann. Wobei Einfachheit in der Bedienung nicht mit Einfachheit der Technik gleichgesetzt werden sollte. Einfachheit bezeichnete Hermann als "entflochtene Komplexität". Dieses Entflechten habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen und sei nur in kleinen Schritten möglich gewesen.

Die nächste Phase eingeläutet

Mit dem Event in Luzern ging Peax in die nächste Projektphase über, was Peax mit dem Slogan: "Der Pilot ist vorbei. Jetzt kommt Level 2", zum Ausdruck brachte. Der bisherige digitale Briefkasten soll um zwei weitere wesentliche Funktionen erweitert werden. Dies sind unter anderem direkte Zahlungsabwicklung und verschiedene Uploadmöglichkeiten, zum Beispiel eine Scanning App.

Somit sollen mit Peax Rechnungen über eine Anbindung an das Onlinebanking abgewickelt werden können, kündigt das Unternehmen an. Ausserdem sollen neben dem Scannen von Postsendungen auch Uploads über eine App, E-Mails oder direkte Schnittstellen zu Unternehmen möglich gemacht werden.

Laut Hermann sahen sich Unternehmen bisher im Zentrum, umgeben von Konsumenten. Mit Peax soll dieses Verhältnis umgedreht werden. Peax stellt den Kunden in das Zentrum der Überlegungen und die Firmen gruppieren sich um ihn herum.

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