Lightning vs. USB-C

Wie Apple einen einheitlichen Standard für Ladekabel verhindert

Uhr | Aktualisiert

2009 haben mehrere grosse Smartphone-Hersteller eine Absichtserklärung für einen einheitlichen Standard für Ladekabel unterzeichnet. Bei Android-Geräten hat sich danach Micro-USB als Anschluss etabliert, mittlerweile ist USB-C Gang und Gäbe. Ein grosser Konzern wehrt sich jedoch vehement gegen den Standard: Apple.

(Source: Álvaro Serrano / unsplash.com)
(Source: Álvaro Serrano / unsplash.com)

Die EU-Kommission hat laut Reuters 2018 die Schätzung abgegeben, dass pro Jahr 51’000 Tonnen an Elektroschrott durch Ladekabel anfallen. Sie bemühe sich schon seit Jahren darum, diese Zahl durch einen einheitlichen Standard für Anschlüsse zu reduzieren. Wie Netzpolitik.org schreibt, haben auf Bemühungen der Kommission vor zehn Jahren Hersteller wie Huawei, Samsung und Nokia eine Absichtserklärung zum Thema unterzeichnet. Seither habe sich bei Android-Handys ein einheitlicher Standard etabliert. Mittlerweile sei USB-C bei den Geräten Gang und Gäbe.

Ein wichtiger Konzern wehre sich jedoch gegen die Einführung von USB-C: Apple. Seit der Lancierung des iPhone 5 im Jahr 2012 sei bei Apple-Smartphones die hauseigene Technologie Lightning Standard. Das US-amerikanische Unternehmen habe die Absichtserklärung zwar ebenfalls unterzeichnet, nutze jedoch die Lücke in der Vereinbarung. Das Angebot von Adaptern - sogenannten Dongles - ermögliche Apple die Nutzung von Lightning. Gemäss T-online.de gehören die Dongles zu den meistverkauften Produkten im Apple Store.

Ausgeprägtes Lobbying

Um dem Druck der EU-Kommission zur Einführung eines einheitlichen Anschlusses gegenzusteuern, betreibe Apple intensives Lobbying in Brüssel. Netzpolitik.org habe von der Behörde Dutzende Mails, Gesprächsnotizen und Berichte erhalten, welche die Überzeugungsarbeit von Apple belegen. Mit dieser Strategie habe sich Apple bislang erfolgreich gegen einen einheitlichen Standard gewehrt. Lange habe die EU-Kommission die Sachlage toleriert.

Die Kritik aus Brüssel sei in den letzten Jahren aber wieder lauter geworden. Die EU-Kommissarin Margrethe Vestager bemängle die fehlenden Fortschritte für einen einheitlichen Anschluss. Die Kommission plane deshalb eine Vorbereitung zu rechtlichen Schritten. Laut netzpolitik.org sei es jedoch wahrscheinlich, dass auch die nächste Generation von iPhones mit einem eigenen Stecker ausgestattet ist.

Einen neuen Anschluss bringt auch die nächste USB-Generation mit. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel "USB4 setzt auf Thunderbolt 3 als Schnittstelle".

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