Banking 2050

"2050 wird es kein Bargeld mehr geben"

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von Interview: Sarah Schlagenhauf, Redaktion: Marc Landis

Heinz Huber, CEO, Raiffeisen Schweiz

Heinz Huber, CEO, Raiffeisen Schweiz
Heinz Huber, CEO, Raiffeisen Schweiz

Wie bezahle ich? 
Die Geschichte des Geldes ist geprägt durch unzählige fundamentale Veränderungen – vom einfachen Tauschgeschäft über die Erfindung von Gold- und Silbermünzen zum Einsatz von Banknoten und Kreditkarten bis hin zur Bezahlmöglichkeit mittels Smartphone. Ich glaube, ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage, dass es 2050 kein Bargeld mehr geben wird. Die Welt entwickelt sich rasant und mit ihr die Art, wie wir bezahlen. Der Geldwirtschaft wird aber auch in Zukunft ein Gläubiger-Schuldner-Verhältnis zugrunde liegen, daran wird sich nichts ändern. Und wo Vermögenswerte die Hand wechseln, ist Vertrauen der wichtigste Wert.

Wo habe ich mein Vermögen?
Ich bin überzeugt, dass auch im Jahre 2050 mindestens ein Teil meines Vermögens durch Menschen verwaltet wird. Finanzhäuser werden nach wie vor gefragt sein. Die Berater werden unterstützt durch künstliche Intelligenz und Algorithmen, aber die physische Nähe und die persönliche Beratung bleiben weiterhin sehr wichtig. Sie schaffen Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit. Die Finanzprodukte werden meiner Meinung nach in hohem Masse standardisiert sein, die Dienstleistungen sind sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag erhältlich. Für welchen Finanzdienstleister man sich entscheidet, hängt davon ab, wie einfach die Services sind und ob ich den Beratern und letztlich dem Unternehmen als solches vertraue.

Wer passt auf mein Vermögen auf?
Banken werden in 30 Jahren nach wie vor auf das Vermögen ihrer Kunden aufpassen, das liegt in ihrer DNA. Es sind allerdings nicht nur die finanziellen Werte, die geschützt werden müssen, sondern auch die persönlichen Daten der Kunden. Dafür müssen die Banken kontinuierlich in die Datensicherheit investieren. Das Wettrüsten mit Cyberkriminellen wird weiter andauern. Ich bin mir sicher, dass die Kunden gerade deshalb auch künftig ihr Vertrauen in eine gut kapitalisierte Bank setzen werden. Die Kunden wollen einen «Trusted Brand», der neuen Risiken mit Rückgrat begegnen kann.

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