Maschinelles Übersetzen

Bundesverwaltung erwirbt DeepL-Lizenzen

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Ab 2020 lassen Schweizer Bundesbehörden Texte via "DeepL" maschinell übersetzen. Zudem wird die WTO-Ausschreibung für den Erwerb einer Übersetzungssoftware vorbereitet. Auf menschliche Mitarbeiter wird man aber auch zukünftig nicht verzichten.

(Source: marcelkessler / Pixabay)
(Source: marcelkessler / Pixabay)

Die Bundeskanzlei soll Lizenzen des Übersetzungsdienstes "DeepL" beschaffen. Den entsprechenden Auftrag erteilte die Generalsekretärenkonferenz der Departemente, wie es in einer Mitteilung heisst. Bereits ab Januar 2020 soll "DeepL" dann den Mitarbeitern aller Departemente zur Verfügung stehen. Die Laufzeit der Lizenzen betrage ein Jahr, sei aber optional um ein weiteres Jahr verlängerbar. Konkret werden 2000 Lizenzen der Software "DeepL Pro" erworben. Die Kosten belaufen sich auf 36'000 Euro pro Jahr, heisst es in der Mitteilung weiter.

Gleichzeitig hat die Bundeskanzlei den Auftrag, die notwendigen Unterlagen für die WTO-Ausschreibung einer maschinellen Übersetzungssoftware zu erarbeiten.

Menschliche Übersetzer nach wie vor nötig

Der Auftrag steht am Ende eines Testlaufes, den die Konferenz der Sprachdienste (KOSD) im November 2018 startete. "Mit dem Test wollte die KOSD die Leistungen der maschinellen Übersetzungslösung analysieren und Erkenntnisse darüber gewinnen, wie geeignet ein solches Tool für die Übersetzungstätigkeiten der Bundesverwaltung wäre." Getestet wurde spezifisch mit "DeepL Pro". Gehe es um allgemein sprachliche Texte, liefere der Dienst zum heutigen Zeitpunkt eine akzeptable Übersetzungsqualität, schreibt die KOSD im Ergebnisbericht. Bei Fachtexten könne die maschinelle Übersetzung "eine begleitende Unterstützung bieten". Aber: "Eine Übersetzung durch die Sprachdienste ist nach wie vor notwendig, um die erforderliche Qualität zu erhalten."

Im Jahre 2017 haben die Sprachdienste des Bundes 270'000 Seiten Text übersetzt, heisst es in der Mitteilung. Die automatische Übersetzung stehe ab Januar grundsätzlich allen Mitarbeitenden der Departemente zur Verfügung. Allerdings dürfe nicht alles via "DeepL" übersetzt werden: Als "Intern", "Vertraulich" oder "Geheim" klassifizierte Texte sind ebenso Tabu wie Dokumente, die sensible Daten oder Personendaten enthalten.

Künstliche Intelligenz hat "als Grundlagentechnologie das Potenzial, nebst sämtlichen Wirtschaftsbereichen auch die Verwaltung auf allen Ebenen zu verändern", sagt Dieter Tschan, Koordinator E-Government beim Bund. Wo er Potenzial verortet, lesen Sie in diesem Fachartikel.

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