Diagnose via Messenger

Krankenkasse startet Ärzte-Chat für Whatsapp, Whatsapp-Rivalen und SMS

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Medizinischer Rat via Whatsapp oder Telegram – das wollen die Krankenkasse KPT und der Telemedizin-Anbieter Medi24 möglich machen. Ein entsprechendes Angebot namens Doctorchat startete einen Pilotversuch. Der Service wirft datenschutzrechtliche Bedenken auf.

(Source: KPT)
(Source: KPT)

Die Ärztin auf Whatsapp konsultieren, dem Doktor ein Bild per SMS schicken: Das soll nun auch in der Schweiz möglich sein. Die Berner Krankenkasse KPT lancierte gemeinsam mit dem Telemedizin-Anbieter Medi24 einen Pilotversuch für ein entsprechendes Angebot. Es nennt sich Doctorchat.

KPT-Versicherte könnten über die gängigen Chat-Apps wie Whatsapp, Telegram oder SMS ihre medizinischen Probleme beschreiben. Machine-Learning-Algorithmen sollen dafür sorgen, dass die Informationen an eine ärztliche Fachperson aus dem Medi24-Netzwerk gelangt. Diese Fachperson soll anschliessend die Frage des Versicherers auf dem gewählten Chatkanal beantworten. Das Angebot kombiniere also künstliche Intelligenz mit menschlicher Beratung, teilen die beiden Unternehmen mit.

Gesundheitsdaten über Facebook teilen?

Der Datenschutz gegenüber der KPT sei gewährleistet, beteuert die Krankenkasse. Dennoch wirft das neue Telemedizin-Angebot datenschutzrechtliche Bedenken auf, wie "Medinside" berichtet. Denn: Gesundheitsdaten über Whatsapp, also einem Dienst von Facebook zu verschicken, sei problematisch, sagte Eugen Scheidegger von OnlineDoctor.ch gegenüber "Medinside".

Gegenüber dem "Bund" entgegnete die KPT, die Kunden könnten den Kanal ja selbst wählen. Wer einer App nicht vertraue, weiche besser auf einen anderen Kanal aus. Alle Chats würden bei Medi24 gespeichert, die Kasse habe aber keinen Zugriff.

Derzeit würden rund 40 Ärztinnen und Ärzte im Doctorchat Fragen beantworten. Nach der dreimonatigen Testphase sollen auch Versicherte von anderen Krankenkassen den Service nutzen können. Von diesem würden sich die Kassen auch Kosteneinsparungen versprechen, schreibt "Medinside" weiter.

Unter den Nutzern haben Chatbots ein notorisch schlechtes Image: Verbraucher halten Chatbots mehrheitlich für ineffizient und dumm. Kunden würden Chatbots nur dann bevorzugen, wenn es um besonders einfache Aufgaben geht - etwa das Verfolgen einer Bestellung oder die Suche nach Basisinformationen. Dies geht aus einer weltweiten Umfrage von Pega hervor. Mehr dazu lesen Sie hier.

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