20 Jahre Netzwoche

Das erste Jahrzehnt der Netzwoche in Schlagzeilen

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Am Anfang hat es geknallt. Und dann, kurz nach dem Platzen der Technologieblase im März 2000, kam die Geburtsstunde der Netzwoche. Die folgende Dekade lieferte reichlich Stoff zum Berichten. Eine Retrospektive, zugespitzt aufs Wesentliche.

(Source: Netzmedien)
(Source: Netzmedien)

2000: Bis hierher lief's noch ganz gut. Die Dotcom-Blase platzt – doch es dauert, bis sich die Folgen des Crashs bemerkbar machen. In der Zwischenzeit herrscht Browserkrieg zwischen Microsoft und Netscape. Und die Schweiz wird Europameister im Onlineshopping.

2001: Die Odyssee der Überlebenden. Jetzt steht fest: Die New Economy ist gescheitert, das Image der Internetbranche ramponiert. Doch es ist auch eine Zeit des Neustarts. Für viele IT-Unternehmen beginnt ein neuer Abschnitt einer beschwerlichen Reise.

2002: Mit dem Internet verdient man jetzt endlich Geld. E-Commerce zieht an. Die Umsätze im Onlinehandel steigen und das Internet wird mit Produkten geradezu überflutet. Wein, Reisen, Bücher, CDs, Socken: Das alles und noch viel mehr lässt sich nun online bestellen.

2003: Die namenlose Cloud kommt auf. "Server-based Computing" – das klingt zwar nicht so fluffig wie "Cloud", aber das Konzept macht schon die Runde: Mitarbeiter können nun auch von Mobilgeräten aus auf Firmenanwendungen zugreifen.

2004: Das Outsourcing-Gespenst geht um. "IT-Jobs ade", titelt die Netzwoche im September. Durch den Offshoring-Trend stehen in der Schweiz laut Forrester 15 000 Jobs auf der Kippe. Doch die Stimmung entspannt sich schnell. Denn die Banken müssen sparen und kaufen Software nun lieber ein, als sie wie früher selbst zu entwickeln.

2005: Dieses Mal wird alles anders. Im E-Commerce liegt ein zweiter Frühling in der Luft. Und neue Angebote wie Business Intelligence lassen die Hoffnung aufkommen, dass nun die "zweite und erste echte E-Business-Revolution" bevorsteht.

2006: Das Google-Trauma und die Misere von Microsoft. Microsoft will mit Apples iPod konkurrieren, floppt aber mit dem MP3-Player Zune. Derweil wehrt sich Google gegen die Verwendung des Begriffs "googeln" als Inbegriff für Internetsuche.

2007: Die Telefon-Revolution. Das erste Apple-Handy löst einen Hype sondergleichen aus. Zu Recht, meint Telko-Experte Andreas Waber: Es könnte der Öffentlichkeit mehr Zugang zu Multimedia-Inhalten verschaffen. Offen bleibt, welcher Telko das iPhone in der Schweiz verkaufen darf. Spoiler: Swisscom und Orange machen das Rennen – allerdings erst nächstes Jahr.

2008: Krise? Welche Krise? Lehman Brothers geht Bankrott, der Bund rettet die UBS und die ICT-Branche fragt sich, wie hart sie die Folgen der Finanzkrise trifft. Doch der Optimismus überwiegt. Apple erobert den Smart­phone-Markt und Gartner proklamiert das Zeitalter der Cloud.

2009: Fusionsträume sind Schäume. Drei Schweizer ICT-Verbände planen den grossen Coup: die Fusion von ICT-Switzerland, Swiss-­ICT und SI. Der Plan scheitert – doch das Projekt lebt weiter und gibt sich den Codenamen Phönix.

2010: die Champions von morgen. Der Kampf der Giganten bricht aus. Fünf Tech-Unternehmen buhlen um die Vorherrschaft im ICT-Markt. Es sind jene Konzerne, die aufgrund ihres Börsenwerts auch noch zehn Jahre später die Speerspitze von Big Tech bilden: Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft. Fünf Firmen, die aufgestiegen sind und heute noch die Schlagzeilen der Netzwoche prägen.

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