Best of Swiss Apps 2021

Warum "User Engagement" entscheidend für den App-Erfolg ist

Uhr

Der grösste Schweizer App-Wettbewerb, Best of Swiss Apps, schafft die neue Kategorie "User Engagement". Die Aktivierung der User ist entscheidend für den App-Erfolg. Höchste Zeit, dass das Thema jetzt eine eigene Kategorie bekommt. Christof Zogg, Jury Chairman von Best of Swiss Web & Best of Swiss Apps, im Gespräch.

Christof Zogg, Jury Chairman von Best of Swiss Web & Apps. (Source: zVg)
Christof Zogg, Jury Chairman von Best of Swiss Web & Apps. (Source: zVg)

Warum ist User Engagement gerade bei Apps so wichtig?

Christof Zogg: Im Gegensatz zu Apps ist die Nutzung von Websites mit weniger Aufwand verbunden. Vor Kurzem musste ich die genaue Farbbezeichnung aus einem Bildausschnitt bestimmen. Dafür einmalig einen Webservice zu benutzen, ist nützlich (insbesondere für Männer) und bequem. Aber würde ich dafür auch extra eine App installieren? Wohl eher nicht, dafür ist der Anwendungsfall zu selten und der Aufwand zu gross. Deshalb ist für App-Publisher entscheidend, das User Engagement hochzuhalten, weil ansonsten das Risiko droht, dass der User die App wieder deinstalliert. Der Name der Farbe lautete übrigens "Kirschrot".

Bei meinem eigenen Verhalten stelle ich fest, dass ich durchaus nützliche Apps anfänglich intensiv nutze und danach "verstauben" sie auf dem Homescreen. Was machen Entwickler von Apps besser, bei denen das nicht geschieht?

Im Idealfall schaffen es diese Publisher, die Nutzung ihrer Apps zur Gewohnheit werden zu lassen. Das gelingt etwa Social-Media-Apps, aber auch E-Mail-Clients oder ÖV-Fahrplan-Apps. Aber auch Apps, deren Funktionalität seltener gebraucht wird, können die Nutzung steigern, etwa durch externe Anstupser wie Notifications, ein möglichst einfaches Benutzererlebnis oder variable Belohnungen, mit denen die Nutzung incentiviert wird.

Wie wichtig sind kontinuierliche Updates von Apps für das User Engagement?

Funktionale Updates sind dafür natürlich ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit. Updates werden von beiden Betriebssystemen iOS und Android visuell hervorgehoben und motivieren zum Öffnen. Wichtig ist dabei aber, dass Updates auch funktionale Erweiterungen beinhalten und nicht bloss Qualitätsverbesserungen und dass Erstere in kurzen Tutorials angeteast werden.

Best of Swiss Apps 2021 würdigt "User Engagement" neu mit einer eigenen Kategorie. Warum kommt diese Kategorie erst jetzt?

Die Frage ist durchaus berechtigt, denn gutes User Engagement war schon immer wichtig. Für viele Unternehmen ging es aber zunächst einmal darum, sinnvolle App-Use-Cases zu entwickeln und Apps zu realisieren, die handwerklich bei UX, Design, Funktiona­lität und Innovation überzeugen. Nun, mit dem gestiegenen Reifegrad der Schweizer Appconomy, geht es darum, den App-Business-Case zum Erfolg zu führen. Und diese Wahrscheinlichkeit steigt mit höherer Nutzungsfrequenz oder in anderen Worten: mit gesteigertem User Engagement.

Welche Kriterien kommen bei der Jurierung in der neuen Kategorie besonders zum Tragen?

Wir bewerten alle Phasen der Feedbackschleife, die User im Umgang einer App durchlaufen. Zunächst natürlich das effiziente und möglichst einfache Onboarding von neuen Kunden. Dann das Motivieren von bestehenden Usern, die App wieder einmal zu benutzen zum Beispiel durch relevante und wohldosierte Push Notifications. Öffnen die Nutzer anschliessend die App nach längerer Zeit wieder einmal, so sollen sie durch sinnvolles In-App Messaging wie etwa kurze Tutorials oder Coach Marks über funktionale Neuerungen informiert werden. Und schliesslich, wenn User eine App häufig nutzen, sollten sie dafür belohnt werden, etwa durch Loyalitätsprogramme oder kosteneffizienter durch Gamification-Elemente wie Auszeichnungen, also sogenannte Badges.

Webcode
DPF8_220193