Schweizer Bevölkerung wünscht sich mehr digitale Souveränität
Schweizerinnen und Schweizer finden Digitalisierung grundsätzlich eine gute Sache. Sorgen bereiten ihnen die möglichen gesellschaftlichen Veränderungen und die Abhängigkeit von ausländischen Tech-Konzernen.
Die Digitalisierung stösst bei der Schweizer Bevölkerung auf Zuspruch - zumindest grundsätzlich. Das zeigt eine Umfrage, die Mercator Schweiz von GFS.Bern durchführen liess. Das Marktforschungsinstitut befragte dafür im Dezember 2025 1018 Personen und bemühte sich, die Antworten repräsentativ für die Bevölkerung aufzubereiten.
Demnach beurteilen Schweizerinnen und Schweizer die Digitalisierung insbesondere mit Blick auf persönliche Vorurteile positiv, wie GFS.Bern schreibt. Geht es jedoch um die gesellschaftlichen Auswirkungen, ergibt sich ein etwas trüberes Bild. Nur noch 48 Prozent finden, die Digitalisierung bringe für die gesamte Gesellschaft mehr Vor- als Nachteile. 22 Prozent finden, sie bringe "weder mehr Vorteile noch mehr Nachteile", während 28 Prozent mehr Nachteile sehen.

Gesellschaftliche Vorteile der Digitalisierung der Gesellschaft. (Source: GFS.Bern)
Kritisch beurteilen die Befragten Abhängigkeiten von internationalen Technologieunternehmen, wie GFS.Bern ausführt. Diese werden nicht nur technologisch, sondern auch politisch und gesellschaftlich kritisch beurteilt. Als zentrales Ergebnis der Studie hebt das Marktforschungsunternehmen das ausgeprägte Bedürfnis nach digitaler Souveränität hervor. Die Bereitschaft, in eigene digitale Infrastrukturen und Lösungen zu investieren, sei breit abgestützt - selbst wenn dies mit höherem Aufwand verbunden sei.
Klare Regeln für Plattformen
Deutlich ist auch der Ruf nach staatlicher Regulierung. Eine Mehrheit erwartet, dass der Staat klare Rahmenbedingungen schafft und die Entwicklung aktiv steuert, wie GFS.Bern erklärt. Im Vordergrund stehen dabei Datenschutz, Datensicherheit sowie der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI).
Gerade im Bereich der KI bestehen Sorgen hinsichtlich Kontrolle, Transparenz und Ressourcenverbrauch. Für Plattformen und deren Betreiber wünschen sich die Befragten klarere Regeln und mehr Verantwortung. Sie schätzen vor allem deren Einfluss auf Meinungsbildung, Demokratie und der Schutz von Kindern und Jugendlichen als problematisch ein.
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