Debatte um militärische KI-Nutzung

Google-Mitarbeitende stellen sich gegen KI-Deal mit Pentagon

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Dylan Windhaber, nki

Über 600 Google-Mitarbeitende stellen sich gegen einen möglichen KI-Deal mit dem US-Verteidigungsministerium. In einem offenen Brief fordern sie, dass Google keine Verträge mit dem Pentagon eingeht, die den Einsatz von Gemini in geheimen Umgebungen vorsehen, und warnen vor Massenüberwachung sowie autonomen tödlichen Waffen.

(Source: The Pancake of Heaven!/CC BY-SA 4.0)
(Source: The Pancake of Heaven!/CC BY-SA 4.0)

Mehr als 600 Google-Angestellte, darunter auch viele von Deepmind, haben einen offenen Brief an CEO Sundar Pichai unterzeichnet. Darin fordern sie, jegliche Verträge mit dem Pentagon abzulehnen, die den Einsatz von Gemini in klassifizierten Umgebungen vorsehen, wie die "Washington Post" (Paywall) berichtet.

Die Unterzeichnenden würden befürchten, solche Deals könnten den Weg für tödliche autonome Waffen oder Massenüberwachung ebnen. In dem Schreiben argumentieren sie laut Bericht zudem, dass Google bei geheimen Projekten die Kontrolle über den Einsatz seiner Technologie verliere. "Der einzige Weg, um sicherzustellen, dass Google nicht mit solchen Schäden in Verbindung gebracht wird, ist die Ablehnung aller geheimen Aufträge", zitierte die "Washington Post" aus dem Brief.

OpenAI hingegen hat mit dem US-Verteidigungsministerium eine Vereinbarung getroffen, um KI in klassifizierten Umgebungen bereitzustellen. OpenAI-CEO Sam Altman habe jedoch betont, dass der Vertrag den Einsatz für heimische Massenüberwachung und tödliche autonome Waffen ausschliesse. Laut "The Information", zitiert von der "Washington Post", verhandle nun auch Google über einen ähnlichen Deal mit dem Pentagon für "klassifizierte Arbeitsaufträge". Genau dies habe die Mitarbeitenden zur Unterzeichnung des offenen Briefs motiviert, schreibt die Zeitung.

Die Debatte erinnert zudem an die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Anthropic und dem Pentagon. Der Entwickler von Claude verlangte dabei vertragliche Garantien, die den Einsatz seiner Technologie für Massenüberwachung und tödliche autonome Waffen verhindern sollten. Daraufhin wurde das Unternehmen von Verteidigungsaufträgen ausgeschlossen. Anthropic geht inzwischen juristisch gegen diesen Entscheid vor.

Google ändert Kurs 

Google war bereits zuvor mit internen Widerständen dieser Art konfrontiert, schreibt die "Washington Post" weiter. Im Jahr 2018 habe das Unternehmen nach Widerstand aus der Belegschaft darauf verzichtet, das Projekt "Maven" zu verlängern. Dabei ging es laut Bericht um die KI‑gestützte Analyse von Drohnenbildern im Auftrag des Pentagons. Damals habe Google versprochen, seine KI nicht für Waffen oder Überwachungssysteme einzusetzen.

Laut "Washington Post" wurden diese Beschränkungen jedoch im letzten Jahr aufgehoben. Im Dezember 2025 habe Google schliesslich eine Vereinbarung unterzeichnet, die das US‑Verteidigungsministerium zur Nutzung der Gemini‑Technologie berechtigt. Das markiere einen deutlichen Kurswechsel.

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