Meta will offenbar Cloud-Services anbieten
Meta bereitet offenbar ein Cloud-Angebot vor. Unternehmen sollen damit Zugang zu Metas KI-Modellen und seiner Rechenkapazität erhalten. Der Konzern will mit dem Vorhaben wohl eine neue Einnahmequelle aus seinen massiven KI-Investitionen erschliessen.
Meta versucht offenbar, einen Teil seiner massiven Investitionen in künstliche Intelligenz in eine neue Einnahmequelle umzuwandeln. Laut der Nachrichtenagentur "Reuters", die sich auf einen Bericht von "Bloomberg" beruft, bereitet der Konzern ein Cloud-Angebot vor, das Entwicklern und Unternehmen einen kostenpflichtigen Zugang zu seinen KI-Modellen sowie zu seiner Rechenkapazität bieten soll.
Das Angebot soll nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren wie Amazon Bedrock, das den Zugriff auf verschiedene KI-Modelle über eine einzige Plattform ermöglicht. Über den Dienst würden Kunden insbesondere Zugang zu Modellen erhalten, die auf der Infrastruktur von Meta gehostet werden, etwa dem im April 2026 vorgestellten "Muse Spark". Der Konzern soll ausserdem erwägen, KI-Rechenkapazität direkt zu vermarkten - ähnlich wie spezialisierte Anbieter aus dem "Neocloud"-Bereich.
Mit einem solchen Angebot würde Meta in Konkurrenz zu den grossen Cloud-Anbietern Amazon, Microsoft und Google treten, aber auch zu Spezialisten für KI-Rechenleistung wie Coreweave und Nebius. Wie "Reuters" berichtet, gaben die Aktien von Coreweave und Nebius nach Bekanntwerden von Metas Plänen nach. Anleger befürchteten sowohl eine Verschärfung des Wettbewerbs als auch geringere Ausgaben von Meta bei diesen Anbietern. Derweil legte Metas Aktie um mehr als 10 Prozent zu.
Allein im Jahr 2026 plant Meta, bis zu 145 Milliarden US-Dollar in seine KI-Infrastruktur zu investieren. Das entspricht einem erheblichen Anteil der mehr als 700 Milliarden Dollar, welche die grossen Technologiekonzerne in diesem Bereich investieren dürften. Bereits im Mai hatte Mark Zuckerberg an der Generalversammlung des Konzerns erklärt, ein Einstieg in den Cloud-Markt sei "definitiv eine Option". Er fügte hinzu, Unternehmen würden sich "fast jede Woche" an Meta wenden, um Zugang zu seinen KI-Modellen oder zu verfügbarer Rechenkapazität zu erhalten.
Die von Reuters zitierten Analysten vergleichen diese Strategie mit jener von SpaceX. Das Unternehmen von Elon Musk, das über xAI ebenfalls im KI-Bereich tätig ist, traf kürzlich Vereinbarungen mit Anthropic und Google, um ihnen Zugang zu seinen Rechenzentren in Memphis zu vermieten.
Ein offizielles Statement zu den möglichen Cloud-Plänen gab Meta bislang nicht ab, wie Reuters anmerkt. Die Nachrichtenagentur weist zudem darauf hin, dass sich das Projekt noch in der Entwicklung befinde und sich daher noch verändern könnte. Ausserdem sei es Reuters nicht gelungen, die Informationen unabhängig zu überprüfen.
Lesen Sie auch: Im Herbst 2025 hat Meta KI-Anwendungen Dritter weitgehend aus seinem Whatsapp-Messenger verbannt. Damit könnte Meta gegen EU-Wettbewerbsrecht verstossen. Während die EU-Kommission dies prüft, verlangt sie von Meta, KI-Assistenten wieder gebührenfrei zuzulassen.
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