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Digitales Vertrauen unter Druck: Wie KI die Cybersicherheit verändert

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von Valentina Sulmoni, BACS

Künstliche Intelligenz beeinflusst die Cybersicherheit auf vielfältige Weise. Sie unterstützt Unternehmen und Behörden bei der frühzeitigen Erkennung von Cyberbedrohungen und deren Abwehr. Von Angreifern wird sie eingesetzt, um Cyberangriffe oder gefälschte Identitäten glaubwürdiger zu machen.

Valentina Sulmoni, Verantwortliche für politische und strategische Geschäfte, BACS. (Source: zVg)
Valentina Sulmoni, Verantwortliche für politische und strategische Geschäfte, BACS. (Source: zVg)

Vertrauen ist die Grundlage jeder digitalen Kommunikation. Ob E-Mails, Videokonferenzen oder digitale Behördendienstleistungen, Nutzerinnen und Nutzer müssen darauf vertrauen können, dass digitale Inhalte authentisch sind und die Identität des Gegenübers tatsächlich der angegebenen Person entspricht. Mit dem rasanten Fortschritt der KI gerät dieses Vertrauen zunehmend unter Druck. 

KI als Katalysator klassischer Angriffsformen

KI dient in erster Linie als Beschleuniger bestehender Angriffsmethoden. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Eintrittshürden für solche Angriffe kontinuierlich sinken. Leistungsfähige KI-Werkzeuge sind heute breit verfügbar und einfach zu bedienen. Angreifer können ihre Methoden automatisieren, personalisieren und in grossem Umfang einsetzen. Dadurch nehmen sowohl die Anzahl als auch die Qualität von Cyberangriffen spürbar zu. Besonders effizient wird KI heute von Cyberkriminellen eingesetzt, um Social Engineering wirkungsvoller zu gestalten. Das bedeutet, mithilfe moderner KI lassen sich in kurzer Zeit täuschend echte Texte in verschiedensten Sprachen, Bilder, Videos und Stimmen erzeugen. Bereits wenige Sekunden einer Sprachaufnahme genügen, um eine Stimme realistisch nachzuahmen, was Angriffe dieser Art glaubwürdig gestaltet und schwierig zu erkennen macht. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz von KI, um sich als Geschäftsführer oder Behördenvertreter auszugeben und Mitarbeitende zu Zahlungen oder zur Herausgabe sensibler Informationen zu bewegen. 

Wenn Vertrauen nicht mehr genügt

Digitale Identitäten werden damit zu einem zentralen Sicherheitsfaktor. Es genügt nicht mehr, einer E-Mail-Adresse oder einer Stimme zu vertrauen. Identitäten und Informationen müssen zunehmend überprüfbar sein, etwa durch starke Authentifizierungsverfahren, digitale Signaturen oder klare Freigabeprozesse. Gleichzeitig müssen Organisationen ihre Mitarbeitenden regelmässig sensibilisieren, damit sie manipulierte Inhalte erkennen und ungewöhnliche Anfragen kritisch hinterfragen. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) berichtet laufend über aktuelle Entwicklungen dieser Art sowie über entsprechende Schutzmassnahmen, etwa über seinen Newsletter, die Website mit den regelmässig publizierten Wochenrückblicken und mit gezielten Sensibilisierungskampagnen.

Künstliche Intelligenz als Schutzmassnahme 

Wichtig zu betonen ist jedoch, dass die Rolle der KI durch den Einsatz aufseiten der Angreifer nicht ausschliesslich negativ zu werten ist. Dieselbe Technologie kann zur Verteidigung unserer Systeme eingesetzt werden. Moderne Sicherheitssysteme erkennen ungewöhnliche Aktivitäten und verdächtige Muster schneller als manuelle Verfahren. KI unterstützt Sicherheitsverantwortliche entsprechend dabei, Angriffe früher zu erkennen und automatisiert darauf zu reagieren. Dadurch entsteht ein Wettlauf zwischen Angreifern und Verteidigern, bei dem beide Seiten zunehmend auf KI setzen.

Die Entwicklung zeigt deutlich: KI muss nicht nur ein Sicherheitsrisiko sein. Umgesetzte Schutzmassnahmen, Wachsamkeit, klare Sicherheitsprozesse und die Bereitschaft, verdächtige Vorfälle zu melden, bleiben zentrale Bausteine einer wirksamen Cyberabwehr. Das BACS empfiehlt, verdächtige E-Mails, Websites oder Betrugsversuche über das Online-Meldeformular des BACS zu melden unter reports@ncsc.admin.ch. Solche Meldungen helfen, neue Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen und andere Personen oder Organisationen zu warnen.

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