AWS-Studie

Schweizer Unternehmen kratzen bei KI oft nur an der Oberfläche

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von Dylan Windhaber und Netz-KI Bot und jor

KI ist in Schweizer Unternehmen zwar weit verbreitet, bei der tiefgreifenden Integration hapert es jedoch noch. Die AWS-Unlocking-Studie zeigt zudem, dass sich nur gut jedes fünfte Unternehmen für die nächste Generation von KI-Technologien gerüstet fühlt.

(Source: FAMILY STOCK - stock.adobe.com)
(Source: FAMILY STOCK - stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz ist in Schweizer Unternehmen bereits weit verbreitet, tiefgreifend integriert ist sie allerdings erst bei einer Minderheit. Zwar setzen mittlerweile 57 Prozent der hiesigen Unternehmen KI ein und liegen damit über dem europäischen Durchschnitt (54 Prozent). Jedoch konzentrieren sich 60 Prozent dieser Firmen hauptsächlich auf grundlegende Anwendungen und schrittweise Verbesserungen, wie eine Studie von Strand Partners im Auftrag von Amazon Web Services (AWS) zeigt, für die 1000 Führungskräfte aus Schweizer Unternehmen sowie 1000 Personen aus der Bevölkerung befragt wurden. Zu diesen grundlegenden Anwendungen zählen laut der Studie etwa öffentlich verfügbare Chatbots, Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen.

22 Prozent der KI-Anwender haben laut der Analyse eine mittlere Stufe erreicht und integrieren die Technologie in mehrere Geschäftsbereiche. Nur 18 Prozent setzten KI dagegen bereits tiefgreifend ein. Diese Unternehmen würden etwa mehrere Modelle kombinieren, massgeschneiderte KI-Systeme entwickeln oder agentische beziehungsweise autonome KI nutzen. Im Vorjahr habe dieser Anteil noch bei 20 Prozent gelegen. Die Studienautoren führen den Rückgang darauf zurück, dass viele Unternehmen neu mit KI begonnen haben und sich noch in einer frühen Phase befinden. Absolut habe die Zahl der fortgeschrittenen Anwender weiter zugenommen.

Bei den KMUs zeigt sich dabei ein interessantes Bild: Insgesamt setzen gemäss Studie 55 Prozent der KMUs KI ein, gegenüber 64 Prozent der Grossunternehmen. Jene KMUs, die KI bereits nutzen, erreichen jedoch häufiger die fortgeschrittene Stufe: Bei ihnen betrage der Anteil 22 Prozent, gegenüber 18 Prozent unter allen KI-Anwendern.

Unternehmen fühlen sich für nächste KI-Welle nicht bereit

Auch bei neueren KI-Technologien bestehe Nachholbedarf. Nur 22 Prozent der befragten Unternehmen fühlen sich vollständig oder sehr bereit, Technologien wie agentische oder physische KI sowie fortgeschrittene Robotik einzuführen. Bei den Start-ups seien es hingegen 80 Prozent. Agentische KI sei bislang zudem nur 24 Prozent der befragten Unternehmen überhaupt bekannt. Von den mit der Technologie vertrauten Firmen hätten 4 Prozent sie vollständig implementiert, weitere 12 Prozent experimentierten damit oder führten Pilotprojekte durch.

Als Hindernis erweist sich laut der Studie unter anderem fehlendes Know-how. 42 Prozent nennen mangelnde KI- und Digitalkompetenzen als Hürde für die Einführung oder den Ausbau von KI, 39 Prozent unzureichende interne Personalkapazitäten. Nur 24  Prozent der Schweizer Unternehmen beurteilen ihre derzeitigen KI-Kompetenzen als stark.

Auch beim Budget bestehe Luft nach oben: 42 Prozent der Unternehmen verfügten noch über kein eigenes KI-Budget. 28 Prozent nennen fehlende interne Finanzmittel als Hindernis, 26 Prozent einen unklaren ROI (Return on Investment) oder Business Case. Gleichzeitig würden aber 89 Prozent der Befragten erwarten, dass KI in den kommenden drei Jahren einen grösseren Anteil ihrer IT-Ausgaben beanspruchen wird.

Auch bei Schweizer Start-ups erweist sich die Finanzierung als Herausforderung. Ein Drittel (32 Prozent) der Start-ups gibt an, für die Skalierung ihres Geschäfts einen Wegzug aus Europa in Betracht zu ziehen. Von diesen nennen 60 Prozent eine bessere Verfügbarkeit von Finanzmitteln als Grund, 54 Prozent tiefere Betriebskosten und 51 Prozent bessere Möglichkeiten für eine schnelle internationale Skalierung.

 

Die diesjährige Empower Conference drehte sich übrigens um die Frage, wie Unternehmen neue Technologien produktiv nutzen können. Actvide-CEO Damir Bogdan zeigte dabei auf, warum Unternehmen ihre Prozesse neu gestalten müssen - und was die Schweiz von China lernen kann.

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