Studie sagt Paid Content Zukunft voraus
Paid Content etabliert sich immer mehr und weist ein Umsatzwachstum von 30 Prozent in den ersten drei Quartalen in 2002 auf. Dies sagt eine gemeinsame Studie des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger VDZ und des Beratungsunternehmens Sapient. Rund 51 Prozent der 11240 befragten deutschen Internetnutzer können sich vorstellen, kostenpflichtige Webinhalte zu nutzen. Über alle Angebote hinweg bestimmen Wertigkeit (Preis-Leistungsverhältnis), Usability und Einmaligkeit die Kaufentscheidung nahezu in gleichem Mass. Am ehesten sind die Befragten bereit, für Online-Banking/-Brokerage, Datenbanken und Archive sowie Wirtschafts-/Finanzinformationen und Software-Downloads zu bezahlen.
Die bisherigen Paid-Content-Angebote überzeugen. Fast 74 Prozent der Befragten würden das gekaufte Angebot wieder nutzen. Die Autoren der Studie schätzen, dass sich Paid Content in Deutschland zu einem lukrativen Markt von 127 Millionen Euro Umsatz in 2005 entwickeln wird. Die Umsätze im Internet werden sich gemäss der Studie der Aufteilung im klassischen Printbereich annähern, wo rund zwei Drittel der Umsätze mit Werbung, der Rest mit bezahlten Diensten erwirtschaftet werden. Zurzeit steuert Paid Content erst einen Anteil von rund fünf Prozent an die Umsätze im Web bei. Die meisten Contentanbieter planten eine Ausweitung ihres kostenpflichtigen Angebots vor allem in Bereichen, bei denen das Internet seine technischen Vorzüge ausspielen kann.
Aufmerksame Netzticker-LeserInnen wissen allerdings, dass je nachdem, wie gefragt wird, die Akzeptanz von Paid Content auch weniger optimistisch beurteilt wird. Am 3. Dezember berichteten wir von einer W3B-Befragung (von Fittkau und Maass), die festhielt, dass 51 Prozent der Internetnutzer eine Werbefinanzierung von redaktionellen Websites der Zahlungspflicht vorzieht. Nur 8 Prozent der Befragten sprachen sich gemäss jener Studie für Content aus, bei dem ein Teil des Angebots kostenpflichtig ist. Websites, bei denen alle Inhalte kostenpflichtig sind, wurden von nur gerade 2,2 Prozent der Befragten gut geheissen.
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