Cablecom-Manager als Abzocker entlarvt

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Das Cablecom-Kader hat zwischen 2003 und 2005 von "aktienbasierten Entschädigungen" in der Gesamthöhe von 144 Millionen Franken profitiert. Dies geht aus dem "strikt privaten und vertraulichen" Geschäftsbericht 2005 hervor, der dem Tagesanzeiger zugespielt wurde. Der Bericht ist aber auch im Internet auffindbar, wie Freddy Künzler in seinem Blog schreibt.
Das Geschäft der Manager lief folgendermassen ab: Als Branchenleader für Kabel-TV prüfte Cablecom im Jahr 2003 den Gang an die Börse. Darauf wurde das Unternehmen im Herbst 2003 durch ein Konsortium bestehend aus den Beteiligungsfirmen Goldman Sachs, George Soros und Apollo übernommen. Im Zug dieser Übernahme wurden die Cablecom-Manager mit 8 Prozent aller Cablecom-Aktien am Unternehmen beteiligt. Sie mussten dafür insgesamt 2,8 Millionen Franken investieren. Als die Investoren Cablecom zwei Jahre später an den US-Konzern Liberty weiterverkauften, waren diese Aktien 144 Millionen Franken wert. Auch dieses Paket wurde von Liberty übernommen.
Die Wertsteigerung der Cablecom-Aktien in diesem Zeitraum beträgt über 5000 Prozent. Selbst wenn ein Manager nur 20'000 Franken investierte, ist er nun Millionär, rechnet der Tagesanzeiger vor. Gemäss Cablecom-Sprecher Stefan Howeg wurden die Aktien an "rund 40" Manager verteilt. Wer wie viel profitiert hat, bleibt vorerst unbekannt. Dafür nimmt Howeg die glücklichen Manager in Schutz: Sie hätten sich nicht nur am Erfolg, sondern auch am Risiko eines Misserfolges beteiligt.
Besonders brisant an der Geschichte ist, dass ausgerechnet im Geschäftsjahr 2005 Cablecom den Abbau von 15 Prozent der damals 1750 Stellen beschloss.