Swiss Entrepreneurs Fund geht an den Start

Wie UBS und Credit Suisse die Schweiz für Start-ups begeistern wollen

Uhr | Aktualisiert

Die Swiss Entrepreneurs Foundation, UBS, Credit Suisse und Mobiliar haben in Zürich den Swiss Entrepreneur Fund vorgestellt. Der Fonds soll Schweizer Jungunternehmen mit einer halben Milliarde Franken beim Wachstum unter die Arme greifen. Die Initianten versprechen, Start-ups von Venture Capital aus dem Ausland unabhängiger zu machen.

UBS übernehme im Swiss Entrepreneur Fund die Fondsinvestitionen, sagte Markus Benzler, Leiter Multi-Manager Private Equity. (Source: Netzmedien)
UBS übernehme im Swiss Entrepreneur Fund die Fondsinvestitionen, sagte Markus Benzler, Leiter Multi-Manager Private Equity. (Source: Netzmedien)

In Zürich haben UBS und Credit Suisse ihre Zusammenarbeit für den "Swiss Entrepreneur Fund" präsentiert. Mit diesem Fonds wollen die beiden Banken Schweizer Start-ups und innovative KMUs, die bereits Produkte am Markt haben und über einen Kundenstamm verfügen, mit Kapital unterstützen. Der Fonds wurde von der Swiss Entrepreneurs Foundation (SwissEF) mit Unterstützung aus Wirtschaft und Politik lanciert, wie Sie hier lesen können.

Der Swiss Entrepreneur Fund ist als Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen unabhängig von der Stiftung, wie deren Geschäftsführer Peter Stähli zur Beginn der Medienkonferenz betonte. Zwar begleite die Stiftung den Fonds mit ihren Unterstützungsprogrammen für Start-ups, hinter ihm stünden aber die beiden Grossbanken sowie die Mobiliar als erste Ankerinvestorin.

Peter Stähli, Geschäftsführer von SwissEF, gab Auskunft über die Zusammenarbeit zwischen Fonds und Stiftung. (Source: Netzmedien)

Es brauche den Fonds, weil in der Finanzierung von Schweizer Start-ups eine Lücke in der Wachstumsphase bestehe, sagte Stähli. Zwar gebe es hierzulande einige vielversprechende Jungunternehmen, wenn aber der nächste Schritt in der Expansion anstehe, etwa jener ins Ausland, sei es schwierig, die nötigen 5 bis 10 Millionen Franken zu finden. Die Folge: Start-ups müssten sich für Venture Capital an Investoren aus dem Ausland wenden.

Tandem der Grossbanken

Um diese Abhängigkeit von ausländischem Kapital zu lösen spannen UBS und Credit Suisse in einer Fondgesellschaft zusammen, die es in dieser Form noch nicht gegeben habe, sagte Christian Wenger, Rechtsanwalt und Mitglied im Vorstand der Swiss Entrepreneurs Foundation. Dies biete eine Chance, die Früchte des Start-up-Lands Schweiz endlich ernten zu können. Vielleicht die letzte Chance, wie Wenger sagte.

Der Fonds mit einer Zielgrösse von 500 Millionen Franken soll in den kommenden Monaten weiter geäufnet werden. Er investiere vorwiegend in Schweizer Firmen (50 bis 66 Prozent), darüber hinaus auch in Firmen aus den Nachbarländern. 65 bis 80 Prozent der Gelder sollen in Drittfonds investiert werden. Diesen Teil übernimmt die UBS, wie Markus Benzler, Leiter Multi-Manager Private Equity bei der Bank, sagte.

Die Credit Suisse zeichnet für Direktinvestitionen verantwortlich, wie Didier Denat, Leiter Firmenkunden & Investment Banking, sagte. (Source: Netzmedien)

Direktinvestitionen, die Aufgabe der Credit Suisse im Fonds, belaufen sich nach Angaben von Didier Denat, Leiter Firmenkunden & Investment Banking, auf mindestens 20 Prozent. Bis zu 15 Prozent seien ausserdem für parallele Direktinvestitionen vorgesehen. Sie würden in ausgewählte Firmen getätigt, die aus dem Anlageuniversum der Drittfonds bereitgestellt werden.

Die Fondsgelder sollen "ausgewogen" in Wachstumsfirmen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien alloziert werden; 20 bis 40 Prozent in Venture Capital, 20-45 Prozent in Growth Capital (Minderheitsbeteiligungen an schnell wachsenden Firmen) und 25 bis 40 Prozent in kleine bis mittelgrosse Buyouts. Direktinvestitionen erfolgten nur in Firmen, die bereits Produkte am Markt haben und über einen Kundenstamm verfügen. Der Beginn der Investitionsphase sei für April 2019 geplant. Als Rendite (Netto-IRR) stünden 10 bis 15 Prozent in Aussicht.

Investoren gesucht

Im Vordergrund stünden Investments im Umfang von mehr als 5 Millionen Franken. Die Mindestanlage betrage 250'000 Franken. Woher soll dieses Geld kommen? Die Banken wollen sowohl institutionelle Investoren wie Pensionskassen als auch "qualifizierte" Privatinvestoren und Firmen ansprechen. Das sei nicht ganz einfach, besonders bei privaten Investoren. Es brauche für Private Equity noch "Erziehungsarbeit" in der Schweiz, sagte Benzler. Im aktuellen Umfeld niedriger Zinsen sei Private Equity aber sehr attraktiv.

Der Fond sei mit der Swiss Entrepreneurs Foundation verbunden und profitiere von deren Programmen, sagte Peter Stähli. So vergüte der Fonds die Stiftung mit einem jährlichen Beitrag aus den Gebühren. Trotz der Nähe der Stiftung zur Politik würden keine staatlichen Gelder in den Fonds fliesen, der Schwerpunkt liege auf dem Kontakt. Zwei mal pro Jahr würden sich Vertreter von Start-ups mit dem Bundesrat treffen. An diesen Hearings könnten die Jungunternehmer dem Bund sagen, wo es fehlt und wo ihre Probleme lägen.

Eckdaten des Swiss Entrepreneur Fund (Source: SwissEF)

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DPF8_124912

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