SAP S/4Hana Bootcamp

Warum die Migration auf SAP S/4Hana kein Spaziergang ist

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SAP stellt ab 2025 den Support für seine alten ERP-Lösungen ein und unterstützt nur noch das neue System S/4Hana. Aus diesem Anlass lud Process Partner zum SAP S/4Hana Bootcamp ein. Am Event zeigten Spezialisten auf, wie die Migration auf S/4Hana gelingt und weshalb eine ausführliche Planungsphase essenziell ist.

"In der Einladung haben wir Ihnen geschrieben, dass es 5 vor 12 ist und das aus gutem Grund", begrüsste Andreas Haas, Sales & Marketing Manager bei Process Partner die Besucher am SAP S/4Hana Bootcamp. Haas spielte damit darauf an, dass SAP ab 2025 den Mainstream-Support für seine bisherigen ERP-Lösungen einstellt. Wer auch in 6 Jahren noch Unterstützung von SAP in Anspruch nehmen will, muss auf die Linux-basierte In-Memory-Datenbank S/4Hana umsteigen.

"Bei der Umstellung handelt es sich nicht um ein Patch-up, das man in wenigen Tagen durchführen kann, sondern um ein Grossprojekt", erklärte Process-Partner-CEO Michael Rothmund den Bootcamp-Besuchern im Restaurant Au Premier im Zürcher Hauptbahnhof. Der CEO des SAP-Beratungsunternehmens geht davon aus, dass in der Schweiz noch rund 300 Unternehmen die Migration zu S4/Hana vollziehen müssen.

Mit dem Greenfield oder Brownfield Approach nach S/4Hana

Simon Butz, Head of Productmanagement & Technology bei Process Partner, zeigte auf, welche Ansätze es für den Weg nach S/4Hana gibt. Beim Greenfield Approach werde ein System aus S/4Hana neu aufgebaut. “Man beginnt also auf einer grünen Wiese." Beim Brownfield-Ansatz werde das bereits vorhandene System auf das neue migriert.

Bonbon-Hersteller Ricola und die Gastro- und Hotelmanagementgruppe SV Group haben den Wechsel zu S/4Hana bereits vollzogen. Ricola mit dem Greenfield und die SV Group mit dem Brownfield Approach. Lesen Sie im Beitrag "Ohne SAP produziert Ricola kein einziges Bonbon", wie die beiden Unternehmen auf das neue System gelangten und welchen Stolpersteinen sie dabei begegneten.

Die Dauer für die Migration variiert laut Butz stark. Bei den meisten Process-Partner-Kunden liege der Aufwand zwischen 100 und 150 Tagen. Bei komplexen Installationen und grossen Unternehmen komme der Aufwand aber um Faktoren höher zu liegen.

Ohne Analyse und Planung geht gar nichts

Wie alle Redner am Bootcamp betonten, ist vor dem eigentlichen Wechsel zu S/4Hana eine ausgiebige Planungs- und Vorbereitungsphase nötig. "Das alte System fit für die Migration zu machen, bedeutet einen mindestens so grossen, wenn nicht grösseren Aufwand als der eigentliche Wechsel", erläuterte Patrick Frei, Head of Logistic Consulting bei Process Partner. Es gebe jedoch nicht den einen Weg nach S/4Hana, da jedes Unternehmen auf andere Prozesse angewiesen sei und mit verschiedenen Systemen, die sich auf einem unterschiedlichen Stand befänden, arbeiteten.

Genauer auf die Analysephase und darauf, welche Voraussetzungen ein Unternehmen für einen SAP-Readyness-Check mitbringen muss, ging Newvision-CEO Martin Bär ein. Er zeigte folgende Anforderungen auf, die ein Unternehmen mitbringen muss, um einen solchen Readyness-Check durchzuführen:

Ebenfalls mit der Analyse und Planung setzt sich der SAP S/4Hana Adoption Starter auseinander. Mit dem Programm erhielten Unternehmen innerhalb von 90 Tagen eine Roadmap für die Umstellung auf das neue SAP-System. Anfangs richtete sich der Adoption Starter an SAP-Direktkunden, mittlerweile wird er auch von Partnern eingesetzt, wie Markus Andres, Solution Center Manager MEE bei SAP Schweiz sagte.

Andres räumte selber ein, dass 90 Tage eine eher lange Zeit für die Analyse und Planung sei. Eine abgekürzte Version um herauszufinden warum, was und wie migriert werden solle, gebe es momentan noch nicht. Der Adoption Starter sei auf englisch und auf deutsch verfügbar.

Im Januar demonstrierten SAP, Suse, Adfinis SyGroup, ITPC und Dell EMC an einer Info-Veranstaltung wie der Sprung in die neue SAP-Welt gelingt. Lesen Sie hier mehr dazu.

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