Pisa-Studie

Gadgets drücken auf die Schulnoten

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Die aktuelle Pisa-Studie stellt Schweizer Schülerinnen und Schülern ein schlechtes Zeugnis aus. Beim Lesen und in der Mathematik verzeichnen die Studienautoren einen Leistungsrückgang. Auch beim Einsatz von digitalen Geräten haben Schweizer Schulen Nachholbedarf.

(Source: robu_s / Fotolia.com)
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Schweizer Schülerinnen und Schüler schneiden schlechter ab als in den vergangenen Jahren – dies zeigt die aktuelle Pisa-Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In den getesteten Fächern Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften verzeichneten die Studienautoren einen Leistungsrückgang. Im Lesen liegen die Schweizer gar unter dem OECD-Durchschnitt, wie "SRF" berichtet.

Als möglichen Grund für den starken Leistungsrückgang in der Lesekompetenz nennen die Studienautoren den hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. In der Schweiz habe sich dieser zwischen 2009 und 2018 bei den 15-Jährigen um zehn Prozent erhöht. Dies entspreche einer der stärksten Zunahmen im OECD-Raum, heisst es im Bericht von "SRF" weiter.

Trotz des Leistungsrückgangs in Mathematik liegen die Schweizer Schulkinder jedoch nach wie vor weit oben in der Rangliste. Hier erreichten sie im aktuellen Test 515 Punkte; Der OECD-Durchschnitt lag bei 489 Punkten. Vor der Schweiz rangieren Länder wie China, Singapur, Estland, die Niederlande und Polen.

 

Elektronische Geräte können in der Schule ablenken

Auch beim Einsatz von digitalen Geräten in der Schule hinke die Schweiz dem Durchschnitt der OECD-Länder hinterher, schreibt die "Werbewoche". Die schulischen Leistungen jener, die mit digitalen Geräten arbeiteten, seien schlechter als bei jenen, die keine elektronischen Geräte verwenden.

Entscheidend sei allerdings die Art und Weise, wie digitale Geräte im Unterricht zum Einsatz kämen. Laptops, Smartphones und Tablets könnten zum Ablenkungsfaktor werden, wenn Schülerinnen und Schüler diese nicht fürs Lernen verwendeten, sondern zum Chatten mit Freunden oder zum Surfen im Web.

 

Mit der Beschaffung allein ist es nicht getan

Die Ergebnisse der Pisa-Studie scheinen diese Annahme zu bestätigen: Die niedrigsten schulischen Leistungen seien dann verzeichnet worden, wenn digitale Geräte ausschliesslich von den Schülern und nicht etwa auch von Lehrpersonen genützt worden seien.

Trotz Investitionen herrsche in der Schweiz bezüglich des Einsatzes von digitalen Geräten weiterhin Handlungsbedarf. Wichtig sei dabei, fortlaufend in die Nutzung digitaler Technologien in den Schulen zu investieren – statt nur einmalige Sonderbudgets zu sprechen und sich mit der Anschaffung von Geräten zu begnügen. Ferner solle die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen sowie innovative Lehrmittel gefördert werden.

Weltweit haben rund 600'000 15-Jährige aus rund 80 Ländern am Test der OECD teilgenommen. Die Pisa-Studie wird seit 2000 alle drei Jahre durchgeführt.

Die Stadt Luzern will Schüler und Mitarbeiter an ihren Primarschulen mit Laptops und Tablets ausrüsten. Lesen Sie hier mehr über das Projekt.

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