KPMG-Umfrage

Die Pandemie beflügelt digitale Transformation der Gesundheitsbranche

Uhr

Die digitale Transformation ist Leistungserbringern der Schweizer Gesundheitsbranche zwar wichtig - bei der Umsetzung stossen sie jedoch auf zahlreiche Hindernisse. Ein Corona-bedingtes Umdenken sorgt nun für eine Beschleunigung der Transformation.

(Source: igor / Fotolia.com)
(Source: igor / Fotolia.com)

Die Coronapandemie sorgt für eine Beschleunigung der digitalen Transformation in der Schweizer Gesundheitsbranche. Zu diesem Schluss kommt eine zweiteilige Umfrage des Wirtschaftsprüfers KPMG. Das Unternehmen befragte bereits im vergangenen Dezember 38 Leistungserbringer der Schweizer Gesundheitsbranche zu Chancen und Problemen in der digitalen Transformation. Im Juni 2020 befragte es erneut 10 CEOs dieser Firmen zu den Auswirkungen der Coronakrise.

Digitalisierung ist top – theoretisch

Deutlich zeigte sich bereits im Dezember, dass Gesundheitsdienstleister die Digitalisierung für wichtig halten. Mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen zählten laut KPMG die digitale Transformation zu einem der drei wichtigsten Themen, mit denen sie sich beschäftigen. Die Patientensicherheit sowie die Verbesserung der Kommunikation mit vor- und nachgelagerten Leistungserbringern seien demnach die wichtigsten Treiber der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Als Gründe für ihre eigenen Digitalisierungsinitiativen nannten die Unternehmen die Verbesserung der Patientenerfahrung und -Sicherheit (97 Prozent), Kostenreduktion (94 Prozent), Reduktion des Fachkräftemangels (90 Prozent) und Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit (90 Prozent).

Demgegenüber gaben lediglich 13 Prozent der befragten Unternehmen an, sehr gut auf die digitale Transformation vorbereitet zu sein. Mehr als die Hälfte der befragten Leistungserbringer waren den Ergebnissen zufolge nur "befriedigend" oder "mangelhaft" auf die Digitalisierung vorbereitet.

(Source: KPMG)

Die befragten Unternehmen nannten zahlreiche Hürden auf dem Weg der digitalen Transformation. Alle Teilnehmenden verwiesen auf die Komplexität der IT-Landschaft. Auch der Mangel an Ressourcen (94 Prozent) und die Verfügbarkeit von IT-Spezialisten (87 Prozent) wurden oft genannt, gefolgt von der Scheu vor radikalen Entscheidungen (81 Prozent) und der Verteidigung bestehender Strukturen und Prozesse (77 Prozent).

(Source: KPMG)

Corona kam, und Dinge wurden möglich

Doch seit – oder durch – Corona hat sich dieses Bild laut KPMG etwas gewandelt. Insbesondere die beiden letztgenannten Hürden, die primär in der Organisationskultur verortet sind, seien durch die Coronakrise kleiner geworden. 7 der 10 im Juni befragten CEOs gaben an, die extern getriebenen Veränderungen hätten einen Kulturwandel bei den Mitarbeitenden bewirkt und Entwicklungen ermöglicht, die vorher undenkbar gewesen seien. "Dazu gehören virtuelle Interaktionsformen innerhalb der Organisation, aber auch mit den Patienten." 8 von 10 CEOs erklärten, dass Entscheide rasch und unkompliziert getroffen wurden, um die Digitalisierung zu beschleunigen. Und gar 9 von 10 sagten aus, "dass sie dank des externen Drucks infolge der Coronakrise Hindernisse im Behandlungsprozess überwinden konnten." Dies habe beispielsweise den Einsatz von Mobile- und Digital-Health-Lösungen beschleunigt, schreiben die Autoren der Studie weiter.

(Source: KPMG)

Marc-André Giger, Sektorleiter Öffentliche Verwaltung bei KPMG, spricht laut Mitteilung von einem Digitalisierungs-Boost, den die medizinischen Prozesse erfahren haben. Insbesondere die Telemedizin habe bei allen Befragten markant an Bedeutung gewonnen und sei heute Standard. Zusätzlich würden einzelne Leistungserbringer im Zuge der Coronakrise neue strategische Geschäftsfelder orten - beispielsweise ein Angebot im Bereich Rehabilitation via Video oder eine Physio-Therapie via App.

ERP ist wichtig, Blockchain kaum

Schliesslich zeigt die KPMG-Umfrage auch, in welche Technologien Gesundheitsdienstleister am ehesten investieren werden. 91 Prozent der im Dezember befragten Unternehmen nannten hier ERP- und Klinikinformationssysteme. 41 Prozent wollen in Cloudlösungen investieren.

Für künstliche Intelligenz wollen dagegen lediglich 12 Prozent Geld ausgeben, und nur 6 Prozent interessieren sich für Blockchain-Lösungen.

Während der Coronakrise setzte die Gesundheitsbranche vermehrt auf RPA-Lösungen. Erfahren Sie hier, wie Softwareroboter beim Bewältigen der Pandemie helfen können.

Webcode
DPF8_190949

Kommentare

« Mehr