E-Com Report DACH

Über ein Viertel der Schweizer kaufen lieber im Internet ein

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von Leslie Haeny und cka

Mit über 95 Prozent hat die grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer 2020 im Internet eingekauft. Auch Dienstleistungen bezogen hiesige Konsumentinnen online. Laut E-Com Report DACH ist es nun besonders wichtig, im Internet sichtbar zu sein, um Kunden wieder ins stationäre Geschäft zu holen.

(Source: Thought Catalog / Unsplash)
(Source: Thought Catalog / Unsplash)

Über 95 Prozent der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten haben vergangenes Jahr online eingekauft. Auch Dienstleistungen bezogen mit 75 Prozent sehr viele übers Internet. Durch die Pandemie wurden "viele lange existierende Hemmschwellen abgebaut und nahezu alles im Netz angeboten und auch gekauft", wie es im E-Com Report DACH heisst. Für die Studie wurden rund 4000 Konsumentinnen und Konsumenten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich befragt.

Konsumentinnen und Konsumenten nahmen 2020 auch Dienstleistungen, bei denen früher viel Wert auf persönliche Beratung gelegt wurde, online in Anspruch. So gaben laut Report zwischen 13 und 17 Prozent der Befragten an, online eine Versicherung abgeschlossen zu haben.

Gemäss Report bevorzugen 26 Prozent der hiesigen Verbraucherinnen und Verbraucher das Einkaufen im Internet gegenüber dem stationären Handel. In Deutschland und Österreich sind es mit 46 respektive 40 Prozent um einiges mehr.

Bei den Warengruppen hatte Bekleidung im E-Commerce klar die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie von Marketagent.com Schweiz. Gemäss dieser kaufen 74 Prozent der Deutsch- und Westschweizer und -schweizerinnen mindestens einmal im Jahr Kleider und Schuhe übers Internet. Accessoires liegen mit 48 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Körperpflege- und Kosmetikprodukten auf Platz drei (44 Prozent). Auf dem fünften Platz - direkt hinter Sportartikeln mit 42 Prozent, folgt der Bereich Heimelektronik mit 41 Prozent.

Die Umsatzverteilung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Source: E-Com Report DACH)

Schweizer bezahlen am liebsten mit der Kreditkarte

Während sich die Schweizer, deutschen und österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkaufsverhalten ähnlich seien, zeigten sich beim Bezahlverhalten grosse Unterschiede. Wie der Report zeigt, setzen gut zwei Drittel (68 Prozent) der Schweizer und Schweizerinnen und knapp die Hälfte der befragten Österreicher und Österreicherinnen (49 Prozent) beim Onlineshopping auf die Kreditkarte; in Deutschland wird bevorzugt mit E-Wallets oder auf Rechnung bezahlt.

In den drei Ländern werde aber auch gerne per Onlineüberweisung, Debitkarte, SEPA-Lastschrift, Mobile-Payments, Ratenzahlungen oder Vorkasse gezahlt. In der Schweiz wird beispielsweise die Bezahl-App Twint zusehends beliebter. Ein breiter Zahlungsmix, der die länderspezifischen Bedürfnisse seiner Verbraucher und Verbraucherinnen berücksichtige, sei daher einer der wichtigsten Aspekte für den Handel im E-Commerce. "Schliesslich geben bis zu 26 Prozent der Befragten an, einen Kauf beim Check-out abgebrochen zu haben, weil die bevorzugte Zahlungsmethode nicht verfügbar war", lässt sich Robert Hoffmann, CEO von Concardis und Nets Merchant Services, zitieren.

Hoffmann sieht in hybriden Konzepten grosse Chancen für Ladenbesitzerinnen und -besitzer. "Wer heute im Netz sichtbar ist und dabei nicht mehr den Absatzkanal, sondern den Kunden ins Zentrum seiner Bemühungen setzt, der kann ihn durch passgenaue Ansprache, individuelle Angebote und ein kanalübergreifendes Einkaufserlebnis auch wieder ins Ladengeschäft bringen", sagt der CEO. Dabei bildeten Social Media, Newsletters, Apps und Onlineshops die Brücke, um Kundinnen und Kunden wieder in den stationären Laden zu holen. Hoffmann sagt: "Es führt kein Weg mehr an hybriden Modellen vorbei - die Zukunft liegt im Unified Commerce."

Augmented Reality ja - DNA-Tests nein

Nicht nur das Einkaufen im Internet, sondern auch die Akzeptanz neuer Einkaufsangebote nahm die Studie von Marketagent.com Schweiz unter die Lupe. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten kann es sich noch nicht vorstellen, in Geschäften ohne Mitarbeitende oder mit der Nutzung von Augmented Reality einzukaufen. Trotzdem war die Akzeptanz bei ersterem mit 33 Prozent der Befragten am höchsten. Augmented Reality zum Shoppen einzusetzen können sich 31 Prozent vorstellen. Gleich viele Befragte können sich vorstellen, per Gesichtserkennung oder Fingerabdruck zu bezahlen. Am kleinsten war die Akzeptanz mit 15 Prozent für Produkte, die über einen DNA-Test den Bedürfnissen des jeweiligen Verbrauchers angepasst werden.

Kürzlich präsentierten GfK und der Handelsverband.swiss die E-Commerce-Zahlen für das Jahr 2020. Knapp die Hälfte der Heimelektronik wurde vergangenes Jahr online gekauft. Starke Wachstumstreiber waren dabei Gaming und die Arbeit im Homeoffice. Lesen Sie hier mehr dazu.

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