Swiss Professional Survey 2021

Schweizer IT-Fachkräfte bewerten diese Arbeitgeber am besten

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von Kevin Fischer und nba

Schweizer Fachkräfte arbeiten am liebsten für Schweizer Unternehmen. Trotzdem dominieren gemäss Universum-Studie zwei ausländische Firmen die Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber. Ausserdem haben sich die Job-Ansprüche der Fachkräfte verändert.

(Source: Stefan Schurr / Fotolia.com)
(Source: Stefan Schurr / Fotolia.com)

Schweizer IT-Fachkräfte halten Google für den besten Arbeitgeber. Zu diesem Schluss kommt die Arbeitgeber-Branding-Agentur Universum in ihrem Swiss Professional Survey, den sie jährlich durchführt. Dazu macht sie eine Umfrage unter Schweizer Fachkräften mit Bachelor-, Master- oder Doktortitel. Dieses Jahr nahmen fast 6000 Berufstätige teil.

Schweizer Fachkräfte bevorzugen heimische Unternehmen

Unter den Top drei der Arbeitgeber befinden sich nach Google noch Microsoft und das CERN, so die Meinung der befragten IT-Fachkräfte. Danach folgen SBB, UBS, Swisscom und Digitec Galaxus. Bei den zwei Top-Plätzen hat sich hier im Vergleich zu 2020 und 2019 nicht viel getan. Einige Namen aus der Top-Zehn-Liste finden sich auch im IT-Arbeitgeber-Ranking von "Handelszeitung" und "Le Temps", wie Sie hier nachlesen können.

Das sind gemäss Universum die beliebtesten IT-Arbeitgeber 2021 unter den Schweizer Fachkräften im Vergleich zu 2020 und 2019. (Source: Universum)

Trotz Google und Microsoft an der Spitze der Tabelle schreibt Universum, dass Schweizer Fachkräfte am liebsten für Schweizer Unternehmen arbeiten. Obschon auch Fachkräfte anderer Länder die Firmen ihrer Heimat bevorzugen, steche die Schweiz hier hervor.

Besonders im Jahr 2021 arbeiteten Schweizer Fachkräfte gerne für die heimischen Unternehmen - noch mehr als in den Vorjahren. 80 Prozent der befragten Business-Fachkräfte bevorzugen Schweizer Firmen. Dasselbe gilt für 88 Prozent der befragten Ingenieure. Die Wirtschafts-Fachkräfte mögen grössere Unternehmen tendenziell mehr, während die meisten Ingenieure KMUs den Vorzug geben.

Die grössten Aufsteiger auf der Rangliste der idealen Arbeitgeber

In der diesjährigen Rangliste des idealen Arbeitgebers konnte über alle Branchen hinweg gesehen besonders die UBS zulegen. Bei den Schweizer Wirtschafts-Fachkräften stieg sie auf den fünften Platz auf und gewann auch bei den IT-Fachkräften an Beliebtheit. Grund dafür ist gemäss Universum, dass die UBS die Digitalisierung ihres Geschäfts vorantreibt.

"Die Unternehmen, die im Jahr 2021 in der Rangliste aufgestiegen sind, taten dies trotz des pandemischen Gegenwinds", sagt Universum-Geschäftsführer Leo Marty. "Die grössten Gewinner waren die Unternehmen, die trotz der radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt ein hohes Mass an Vertrauen bei den Mitarbeitern aufrechterhalten haben. Die Herausforderung für 2022 wird darin bestehen, das Engagement der Mitarbeiter aufrechtzuerhalten, wenn virtuelle Arbeit nicht mehr nur ein Workaround, sondern eine Lebensweise für die Mitarbeiter darstellt."

Talente wollen eine gute Vergütung zusammen mit Flexibilität

Gemäss Universum ist Fachkräften im Jahr 2021 wie auch in anderen Jahren ein wettbewerbsfähiges Einkommen wichtiger als jeder andere Faktor. Doch hätten dieses Jahr auch "softe" Faktoren an Bedeutung gewonnen. So seien etwa flexible Arbeitsbedingungen auf den zweiten Platz gestiegen und hätten "anspruchsvolle Arbeit" auf den sechsten Rang verbannt. Besonders Senior-Manager und Frauen legten Wert auf Flexibilität.

Diese Verschiebung ist laut Mitteilung wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass zunehmend mehr Personen kündigen oder eine Kündigung in Erwägung ziehen. Universum verweist hier auf eine McKinsey-Studie, gemäss der 40 Prozent der Arbeitnehmenden in den USA innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate ihren Arbeitsplatz verlassen werden - zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. McKinsey bezeichnet diesen Umstand als die "grosse Fluktuation".

Zwei herausfordernde Jahre fordern ihren Tribut

Linda Meier, Key Account Manager bei Universum, sieht nicht nur die veränderten Prioritäten als Gründe für die Fluktuation. Senior-Manager seien nach zwei Jahren der Herausforderungen ausgebrannt. Besonders, wenn sie beim Managen virtueller Teams während der Pandemie wenig Unterstützung erhielten.

"Anekdotisch hören wir oft von unseren Unternehmenskunden, dass die rasche Umstellung auf virtuelle Arbeit einen Tribut von den Managern fordert, die einfach nicht die Ressourcen und das Training erhalten haben, um erfolgreich zu sein", sagt Meier. "Dies führt zu einem Vertrauensverlust zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, und wir glauben, dass dies ein Zeichen für noch mehr Kündigungen im Jahr 2022 sein könnte."

Von den Schweizer Befragten, die innerhalb eines Jahres den Arbeitsplatz wechseln wollen, vertrauen nur 24 Prozent der Vision ihres Unternehmens. Lediglich 21 Prozent vertrauen ausserdem den Führungskräften ihres Unternehmens. Das zeigt gemäss Universum einen sensiblen Bereich in der Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmenden, der in künftigen Programmen zur Mitarbeiterbindung angegangen werden müsse.

Zufriedene Fachkräfte in der Versicherungs- und Pharmabranche

Die Pandemie löste hohe Investitionen und Innovationen in der Pharma- und Biotech-Branche aus. Das erklärt gemäss Universum vielleicht die hohen Werte, welche die Befragten verliehen. Doch scheine gerade das Versicherungswesen ein "versteckter Champion" unter den Schweizer Arbeitnehmenden zu sein.

Swiss Re führt die Rangliste der besten Arbeitgeber innerhalb ihrer Branche in der Schweiz an. Bei den Wirtschaftsstudenten und -studentinnen punkte das Unternehmen als leistungsorientierter Arbeitgeber, der gute Leistungen anerkennt. Auch zeichne der Umgang mit internationalen Kunden und Kollegen die Firma aus.

Interessant ist gemäss Universum, dass die Pharma- respektive Biotech-Branche und die Versicherungsbranche von den Mitarbeitenden oft weiterempfohlen werden. Hohe Zufriedenheit und hohe Werte bei der Weiterempfehlung gingen nicht gezwungenermassen miteinander einher. Die guten Werte in beiden Bereichen deuten laut Mitteilung darauf hin, dass die Mitarbeitenden mit ihrer Arbeit zufrieden sind, und zwar über die materiellen respektive finanziellen Vorteile hinaus.

Mehr Erfüllung in der Arbeit gesucht

Universum geht davon aus, dass die Pandemie zu einer umfassenden Selbstreflexion geführt hat, da immer mehr Berufstätige nicht-traditionellen Karrierezielen den Vorrang geben. Unter den Geschäftsleuten etwa hätte ein Drittel angegeben, dass "inspirierende Absichten" ein wichtiges Karrieremerkmal seien - 8 Prozentpunkte mehr als letztes Jahr.

An Bedeutung gewonnen haben auch ein sicherer Arbeitsplatz (plus 7 Prozentpunkte) und die Möglichkeit, persönlich etwas bewirken zu können (plus 6 Prozentpunkte). Dafür ist das Streben nach "Prestige" mit einem Minus von 6 Prozentpunkten unter den Wirtschafts-Fachkräften nicht mehr so wichtig wie im Vorjahr.

Das Einkommen ist für Schweizer Fachkräfte nach wie vor ein wichtiger Faktor bei der Zufriedenheit mit ihrem Arbeitgeber. Zum Glück ist der Durchschnittslohn in der ICT-Branche gestiegen - zumindest ein bisschen. Erfahren Sie hier mehr zu den Ergebnissen der SwissICT Salärstudie 2021.

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