Hopes and Fears Survey 2022 von PWC

Schweizer Arbeitnehmende sind unzufrieden und wechselwillig

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von Yannick Züllig und jor

Laut einer weltweiten Umfrage von PWC sind viele Arbeitnehmende unzufrieden mit ihrem Job, jede und jeder fünfte plant einen baldigen Jobwechsel. In der Schweiz sind die Mitarbeitenden unzufriedener als im globalen Durchschnitt.

(Source: mohamed_hassan / Pixabay)
(Source: mohamed_hassan / Pixabay)

PWC hat die Ergebnisse des jährlichen "Global Workforce Hopes & Fears Survey" veröffentlicht. Für diese Umfrage befragte PWC 52'000 Arbeitnehmende in 44 Ländern. Der Bericht kommt zum Schluss, dass Miterbeitende generell unzufrieden sind. Die Gründe dafür fallen allerdings sehr unterschiedlich aus.

In der Schweiz hat man 1043 Angestellte befragt. Im Vergleich zu ihren ausländischen Kolleginnen und Kollegen (43 Prozent), sind hierzulande mehr Mitarbeitende (50 Prozent) unzufrieden mit ihrem aktuellen Job. Jede und jeder fünfte Befragte in der Schweizer plane in den nächsten 12 Monaten einen Jobwechsel. Der Hauptgrund für die Unzufriedenheit ist der Lohn und/oder eine nicht erfüllende Tätigkeit. Gut zwei Drittel der unzufriedenen Befragten gaben dies als Hauptgrund für ihre Unzufriedenheit an.

Der Wunsch nah hybridem Arbeiten

Ein überwiegende Mehrheit (78 Prozent) der Befragten in der Schweiz möchte in den nächsten 12 Monaten auch von zuhause aus arbeiten können. Aktuell haben jedoch nur 45 Prozent die Möglichkeit auf Homeoffice, was unter dem globalen Schnitt (54 Prozent) liegt.

"Die Zahlen wiederspiegeln einen Trend, den wir im Ausland bereits länger sehen und der sich in der Schweiz im Zuge der Coronakrise nun ebenfalls verstärkt hat", sagt Andreas Staubli, CEO von PWC Schweiz. Hybrides Arbeiten werde sich auch in Zukunft fortsetzen: "Ich gehe davon aus, dass dies die präferierte Arbeitsform der Arbeitnehmenden bleibt."

Junge und Frauen besonders benachteiligt

Eine Schere tut sich gemäss Studie zwischen den Geschlechtern und Generationen auf. Demnach fühlen sich Frauen global betrachtet um 7 Prozentpunkte weniger gerecht bezahlt als Männer. Frauen würden allerdings auch um 7 Prozentpunkte seltener eine Gehaltserhöhung verlangen, merkt PWC-CEO Staubli an. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie um eine Beförderung bitten, liege ebenfalls um 8 Prozentpunkte tiefer. Frauen hätten zudem um 8 Prozentpunkte seltener als Männer das Gefühl, dass ihre Vorgesetzten ihnen zuhörten.

Die Generation Z (gemäss Studie 18-25 Jährige) fühlt sich besonders unzufrieden mit ihrem Job und befürchten doppelt so häufig wie die Babyboomer (56-79 Jährige), ihren Job in den nächsten drei Jahren an Technologien zu verlieren.

Transparenz bei Klima- und Gesellschaftsfragen ist gefordert

Viele Arbeitnehmende wollen von ihrem Arbeitgeber wissen, wie dieser sich in den Bereichen Umwelt (43 Prozent), Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden (53 Prozent) sowie Vielfalt und Integration (42 Prozent) engagiert.

Im Vergleich zum Ausland liegen die Werte für alle Bereiche tiefer. Hierzu meint Andreas Staubli: "Es ist nicht so, dass Schweizer Arbeitnehmende sich weniger für Transparenz interessieren, sondern, dass die konservative Haltung auf dem Arbeitsmarkt eine Verzögerung dieses Trends bewirkt, ähnlich wie bei den hybriden Arbeitsformen."

Apropos PWC: Das Unternehmen hat kürzlich die Bedrohungslage der Privatwirtschaft untersucht. Im "Global Economic Crime and Fraud Survey" kommt PWC zum Schluss, dass Cyberkriminalität die grösste Bedrohung für Unternehmen darstellt.

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