Module, Leitfäden, Handhabungen

Wie sich Basler Schulen mit KI anfreunden

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von René Jaun und zwi

Spätestens seit ChatGPT ist künstliche Intelligenz auch in Schulen ein Thema. Erfahrungen aus Basel zeigen, welche Herausforderungen der Einsatz von KI im Klassenzimmer mit sich bringt und wie sie gemeistert werden.

(Source: Geralt / Pixabay)
(Source: Geralt / Pixabay)

Wie wirkt sich künstliche Intelligenz (KI) auf das Bildungssystem aus? Mit dem Boom der OpenAI-KI ChatGPT hat diese Frage an Wichtigkeit und Dringlichkeit spürbar zugenommen. Bildungseinrichtungen versuchen, sich für die neue Realität zu rüsten, in der KI präsenter ist denn je.

Beispiele dafür finden sich etwa in den Schulen des Kantons Basel-Stadt, wie "20 Minuten" berichtet. Im Artikel beruft sich die Zeitung einerseits auf eine im September 2023 veröffentlichte Artikelserie des "Basler Schulblatts" sowie auf Auskünfte des Basler Erziehungsdepartements. Eine Person, die ihren Unterricht bereits Anfang 2023 puncto KI angepasst hat, ist die Deutsch- und Chemielehrerin Christina Holzwarth. Sie ergänzte ihre Deutschstunden um ein Unterrichtsmodul zu ChatGPT. "ChatGPT ist leicht verfügbar und extrem eloquent, aber wenn uns die Expertise fehlt, um einschätzen zu können, ob es wahrheitsgetreue Informationen sind, die wir von der künstlichen Intelligenz bekommen, ist es sehr gefährlich den Chatbot zu nutzen", lässt sie sich im Schulblatt zitieren.

Nicht nur Lernende sensibilisieren

Es sei wichtig, die Schülerinnen und Schüler früh für die KI-Thematik zu sensibilisieren, erklärt sie im Artikel weiter. Doch auch Lehrkräfte sieht sie in der Pflicht. Ein Beispiel der neuen Herausforderungen schildert die Lehrerin anhand eines Erlebnisses: Bei einem Klassenbesuch beobachtete sie, wie ein Schüler, anstatt dem Lehrer selber zu antworten, dessen Fragen unbemerkt in ChatGPT eintippte und dann die Antworten der KI ablas. "Meine Beobachtungen haben mich bestärkt in der Überzeugung, dass eine möglichst frühe Sensibilisierung im Umgang mit KI enorm wichtig ist", kommentiert Holzwarth.

Viele offene Fragen

Seit Anfang Jahr hätten weitere Lehrkräfte KI-Module in ihren Unterricht eingebaut, heisst es im Bericht weiter. Zudem gab es Kurse, um Lehrpersonen mit ChatGPT vertraut zu machen. Im Frühjahr wurde ferner eine Arbeitsgruppe KI für die Mittelschulen geschaffen, wie dem Schulblatt zu entnehmen ist. "Sie sammelt, ordnet, vernetzt und strahlt Besonnenheit aus", beschreibt die Publikation. Ziel sei es, "Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen dazu zu befähigen, sinnvoll und kritisch mit künstlicher Intelligenz umzugehen", wie Patrick Langloh, Rektor von Wirtschaftsgymnasium und Wirtschaftsmittelschule und einer der Projektleiter, erklärt.

Die Gruppe habe etwa in Anlehnung an die Universität Basel einen Leitfaden zum Zitieren von KI entwickelt. Gymnasien unterstützten die Gruppe beim Erarbeiten einer konkreten Handhabung für die laufenden Maturarbeiten. Entwickelt werde jeweils Bottom-up, stellen die Projektleiter klar: "Es geht hier um ein Vorspuren, ein Vordenken im Dialog mit den Kollegien. Wir legen nichts fest ohne Rücksprache", lässt sich Langloh zitieren. "Ziel ist, dass wir am Ende zu Beschlüssen kommen, die verbindlich gelten, aber erst nach einer breiten Vernehmlassung durch unterschiedliche Stakeholder."

An Arbeit dürfte es der Gruppe in nächster Zeit nicht mangeln. "Ich bin zum Beispiel überzeugt, dass wir uns in den kommenden Jahren noch viel stärker mit rechtlichen Fragen auseinandersetzen müssen. Mit Haftungsfragen etwa", sagt Langloh.

Für Professor Martin Volk, Leiter des Instituts für Computerlinguistik an der Universität Zürich, steht fest: ChatGPT gehört in den Unterricht. Im Interview sprach der Forscher über die Hintergründe der Technologie, ihre Auswirkungen auf das Bildungswesen und darüber, wie sie die Berufsprofile verändert - nicht nur in der Informatik.

 

 

 

 

 

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