Software ab der Stange: same same but different
Die Anbieter von Standardsoftware machen vor allem mit Lizenzgebühren ein gutes Geschäft – die Frage ist jedoch, wie lange noch. Konkurrenz- und Kostendruck nehmen ebenso zu wie die Ansprüche der User. Und schon heute drängt sich die Frage auf, inwiefern man sich mit KI-Assistenten überhaupt noch abgrenzen kann.
Der Markt für Standardsoftware steht an einem Wendepunkt. Im Gegensatz zur Custom Software, die speziell auf die Bedürfnisse eines bestimmten Unternehmens massgeschneidert ist, zielt Standardsoftware darauf ab, in möglichst vielen Umgebungen zum Einsatz zu kommen – doch dieser Anspruch stösst auf Grenzen. Die Anbieter geraten zunehmend unter Kostendruck und haben Mühe damit, die steigenden und zunehmend vielfältigen Kundenansprüche zu erfüllen.
Aus diesem Grund setzen insbesondere die grossen Softwarehersteller auf eine zweigleisige Strategie: Einerseits ergänzen sie ihre bestehenden Dienste nach und nach um Features für weitere Anwendungszwecke, um möglichst komplette Programmpakete anzubieten. Andererseits nehmen sie mehr und mehr vertikale Märkte ins Visier, zum Beispiel öffentliche Verwaltungen, die Finanzbranche, das Gesundheits- oder Bildungswesen. Dies mit dem erklärten Ziel, branchenspezifisch relevante Probleme zu adressieren.
Auch die technologische Entwicklung setzt die Marktteilnehmer unter Zugzwang. Aktuell führt kaum ein Weg an KI vorbei. Und die Hersteller versuchen alles, um sich mit entsprechenden Ankündigungen sowie Lancierungen gegenseitig zu überbieten – mit künstlich intelligenten Assistenten oder Agenten, die als autonome Software-Entitäten ein virtuelles Eigenleben führen sollen, um bestimmte Ziele zu erreichen.
Doch das Problem ist: KI wird zur Commodity, also zur standardmässigen Alltagsware, mit der sich die Anbieter schon bald kein bisschen mehr von ihren Mitbewerbern abgrenzen können. Und nachdem der Hype um künstliche Intelligenz verflogen ist und die Technologie endgültig ihren Weg in den Alltag der Menschen gefunden hat, spätestens dann drängt sich eine Frage auf, die die Softwarehersteller wohl noch eine Weile vor sich herschieben: Wie lässt sich mit KI tatsächlich Geld verdienen? Wer darauf eine Antwort findet, hat gute Karten, um im Geschäft mit Standardsoftware auf lange Sicht zu bestehen.
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