Software für Immobilien-Investments

Zürcher Proptech Optiml sammelt 8 Millionen Euro auf

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: Joël Orizet, nki

Das Zürcher Proptech-Unternehmen Optiml hat eine Seed-Finanzierung über 8 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem frischen Kapital will das ETH-Spin-off seine Plattform ausbauen. Die Lösung soll Investierende dabei unterstützen, komplexe Anlageentscheidungen über ganze Portfolios hinweg zu steuern.

Die Mitgründer von Optiml (v.l.): CTO Jordi Campos, CEO Evan Petkov und CCO Nico Dehnert. (Source: zVg)
Die Mitgründer von Optiml (v.l.): CTO Jordi Campos, CEO Evan Petkov und CCO Nico Dehnert. (Source: zVg)

Der Immobilienmarkt steht unter Druck: Steigende Zinsen, strengere Klimavorschriften sowie hohe Ansprüche von Investierenden und der Mieterschaft zwingen die Branche zum Handeln. Viele Marktteilnehmende verharren jedoch in einer abwartenden Haltung, weil traditionelle Werkzeuge wie Tabellenkalkulationen oder statische Berichte bei der Entscheidungsfindung an ihre Grenzen stossen. Hier will das Zürcher ETH-Spin-off Optiml ansetzen und hat dafür in einer Seed-Finanzierungsrunde 8 Millionen Euro eingesammelt.

Die Risikokapitalgeber Kompas VC und Planet A Ventures führen die Runde an. Bitstone Capital, The Bau Ventures, Innovation Endeavors sowie mehrere auf Immobilien und KI spezialisierte Business Angels beteiligen sich ebenfalls. Das Kapital soll laut Mitteilung in die Produktentwicklung sowie in die Expansion in Europa und den USA fliessen.

Eine neue Entscheidungsebene für Portfolios

Das Unternehmen positioniert seine Software als eine neue Entscheidungsebene, die zwischen ESG-Reporting-Tools, Lösungen für die Sanierungsplanung und klassischen Verwaltungs-Suiten für Immobilien angesiedelt ist. Die Plattform soll die zunehmend komplexen Anforderungen aus Regulierung und Nachhaltigkeit in konkrete Investitionspläne übersetzen. Diese Pläne müssen vor Investitionskomitees und bei der Kreditvergabe überzeugen.

In der Praxis analysiert die Software für jedes einzelne Gebäude, ob sich ein Verkauf, eine Sanierung, eine Umnutzung oder das Halten am meisten lohnt. Zudem hilft sie bei der Priorisierung von Investitionen. So sollen Firmen ihr Kapital dort einsetzen, wo es den grössten Wertbeitrag liefert - und gleichzeitig die Auswirkungen auf den Liegenschaftswert, die Mieteinnahmen und die Gesamtrendite messen.

Technologie aus der ETH-Forschung

Technologisch fusst die Plattform auf einer Kombination aus Optimierungsalgorithmen, die aus der Forschung an der ETH Zürich hervorgingen, Energiesimulationen und künstlicher Intelligenz. Laut dem Gründungsteam kann die KI auch unstrukturierte Daten wie Auditberichte, Mietverträge oder Energiezertifikate verarbeiten. Die Algorithmen strukturieren diese Informationen, gleichen Widersprüche ab und berechnen Szenarien neu, sobald sich Rahmenbedingungen wie Zinsen oder Budgets ändern. Auf diese Weise entstehe ein nachvollziehbarer und stets aktueller Entscheidungspfad für das gesamte Portfolio, verspricht das Start-up.

Dass für eine solche Lösung ein Marktbedürfnis besteht, belegen erste Referenzkunden: Firmen wie Patrizia, Catella, Empira und CTP nutzen die Software von Optiml bereits. Das Start-up verspricht seiner Kundschaft nicht nur bessere Entscheidungen, sondern auch handfeste Einsparungen: Durch eine effizientere Priorisierung und Planung liessen sich 30 bis 50 Prozent der Investitionskosten für energetische Sanierungen einsparen.

 

Apropos Proptech: Die Wohneigentumsplattform Houzy lancierte im Februar 2026 eine schweizweite Datenbank für Baugesuche - mehr dazu lesen Sie hier

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