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Die E-ID kommt: Was sie bringt, wie sie funktioniert – und wer davon profitiert

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(Source: Thomas; Azat Valeev - stock.adobe.com; Netzmedien)
(Source: Thomas; Azat Valeev - stock.adobe.com; Netzmedien)

Mit einem Anteil von nur knapp 50 Prozent Ja-Stimmen bescherte das Schweizer Stimmvolk der E-ID im September 2025 einen äusserst zittrigen Sieg. Doch nun ist sie beschlossene Sache. Die digitale Form des Ausweises soll hierzulande ab Sommer 2026 unter anderem ermöglichen, das eigene Alter digital nachzuweisen, ein Bankkonto online zu eröffnen oder Strafregisterauszüge ohne Papierkrieg zu bestellen. Ziel ist es, digitale Identitäten sicher zu gestalten, Prozesse zu vereinfachen und den Zugang zu Onlinediensten für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen zu erleichtern.

Nun rückt die Frage in den Vordergrund, wie die Umsetzung konkret aussieht – und welche Chancen und Herausforderungen die neue digitale Identität mit sich bringt. Technisch eingebettet wird sie in das Schweizer Behördenlogin Agov, das künftig den zentralen Zugang zu digitalen Verwaltungsdiensten bilden soll. Wie Agov und E-ID auf kommunaler Ebene zusammenspielen, erklärt Berit Gerritzen, Leiterin Geschäftsstelle bei Egovpartner.

Welche Rolle die E-ID künftig für Wirtschaft und Verwaltung spielen kann, ordnet Erich Herzog, Bereichsleiter Wettbewerb & Regulatorisches bei Economiesuisse, ein. Dabei erklärt er, wie digitale Identitäten – auch für Unternehmen – zur Basis eines interoperablen Ökosystems werden können, das Prozesse automatisiert, den administrativen Aufwand reduziert und neue wirtschaftliche Potenziale entfaltet.

Vasily Suvorov und Daniel Säuberli vom Verein Didas widmen sich konkreten Anwendungsfällen der E-ID sowie weiterer digitaler Nachweise in der Schweiz. Sie zeigen die damit verbundenen grundlegenden Veränderungen im digitalen Raum auf, skizzieren künftige Einsatzmöglichkeiten und beleuchten Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes digitales Nachweis-Ökosystem.

Über das erste produktive Element der künftigen E-ID-Technologie, den elektronischen Lernfahrausweis, kurz eLFA, schreibt Marc Meier von Abraxas. Dabei zeigt er die Lernerfahrungen aus dem Pilotprojekt auf und welche Erkenntnisse sich daraus für die elektronische Identität gewinnen lassen.

Welche Massnahmen nötig sind, damit die E-ID künftig auf einer wirklich vertrauenswürdigen Basis funktioniert, erläutert Erik Schönenberger, Co-Geschäftsführer der Digitalen Gesellschaft (Digiges), im Interview. Zwar habe die ­Digiges nicht alles erreicht, was sie wollte, doch "im Grossen und Ganzen ist es ein gutes Gesetz", sagt Schönenberger.

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