CEO vs. CIO

Die Höhe des IT-Budgets ist relativ

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CEOs und CIOs haben laut einer aktuellen Studie divergierende Vorstellungen von der Höhe der IT-Ausgaben und dem Wertbeitrag der IT fürs Unternehmen. Während CIOs realistische Annahmen treffen, gehen CEOs von zu hohen Budgets aus und erwarten daher zu viel.

IT-Budgets sind keine blossen Kostenrahmen für CIOs. Wie die kürzlich erschienene Forrester-Studie "2013 CIO Budget Priorities" zeigt, sind an IT-Budgets meist hohe Erwartungen hinsichtlich ihrer Rentabilität geknüpft. Treffen CEOs falsche Annahmen über die tatsächliche Höhe der Ausgaben und den Wertbeitrag der IT fürs Unternehmen, sind Konflikte zwischen CEOs und CIOs vorprogrammiert.

Moderate Ausgabensteigerung erwartet

Das Marktforschungsunternehmen Forrester befragte im vierten Quartal des letzten Jahres weltweit rund 3800 CEOs, CIOs und IT-Mitarbeiter zu ihren Einschätzungen, wie sich die IT-Ausgaben ihres Unternehmens 2013 entwickeln würden. Im Durchschnitt gingen die befragten Personen von einer IT-Budgeterhöhung von rund 2 Prozent aus. Die IT-Ausgaben wurden allerdings je nach geografischer Lage sehr uneinheitlich eingeschätzt. Im krisengebeutelten Europa erwarteten 30 Prozent der befragten Personen, dass die IT-Ausgaben 2013 sinken würden, in Nordamerika waren hingegen nur 25 Prozent dieser Ansicht und in Asien nur 21 Prozent. Analog gingen in Europa 39 Prozent der Befragten davon aus, dass die IT-Ausgaben im folgenden Jahr steigen würden, wohingegen in Nordamerika 44 Prozent und in Asien gar 45 Prozent diese Annahme teilten.

Forresters Ergebnisse zeigen deutlich, dass die geschätzten IT-Ausgaben in Abhängigkeit von der konjunkturellen Lage variieren. Dieser Befund legt nahe, dass IT-Budgets in Krisenzeiten gerne Sparmassnahmen zum Opfer fallen und eher nicht als produktionssteigernde Investitionen betrachtet werden. Vergleicht man die erwarteten 2 Prozent Ausgabenwachstum mit dem vom Internationalen Währungsfonds für das Jahr 2013 veranschlagten Produktionswachstum von 3,5 Prozent, fällt auf, dass die geschätzten IT-Ausgaben weltweit tiefer ausfallen. Für Forrester spiegelt sich darin die Absicht der Unternehmen, die IT-Kosten trotz geplanter Produktionssteigerungen zu senken – ein Zeichen, dass Unternehmen den Wertbeitrag der IT geringschätzen.

Falsche Einschätzungen des IT-Budgets

Forrester zufolge existieren bei CEOs in Bezug auf IT-Ausgaben zwei grundlegende Missverständnisse. Zum einen gehen Firmenchefs von wesentlich höheren IT-Ausgaben im Unternehmen aus als CIOs. Geschäftsführer schätzen, dass IT-Ausgaben rund 8 bis 12 Prozent des Umsatzes betragen. Damit ordnen CEOs die IT-Budgets gleich hoch ein wie die Sales-Budgets. Dieser Umstand führt Forrester zufolge zur irrtümlichen Annahme, dass IT-Abteilungen einen ebenso grossen Beitrag am Umsatz haben müssten wie Sales-Abteilungen.

CIOs gehen hingegen davon aus, dass IT-Ausgaben durchschnittlich 5 bis 6 Prozent des Gesamtumsatzes betragen, also halb so hoch sind wie das Sales-Budget. Damit dürften die CIOs die IT-Ausgaben besser einschätzen als die CEOs, denn je nach Branche betragen IT-Budgets zwischen 1 und 10 Prozent des Unternehmensumsatzes. Die zum Teil stark divergierenden Budgetvorstellungen belasten das Verhältnis zwischen CEOs und CIOs unter Umständen stark. Deshalb empfiehlt Forrester, die tatsächlichen Verhältnisse vermehrt zu überprüfen und zu kommunizieren.

IT soll sich stärker am Firmenerfolg beteiligen

Das zweite, bei Geschäftsführern weitverbreitete Missverständnis in Bezug auf das IT-Budget betrifft gemäss Forrester den Anteil der IT am Unternehmenserfolg. Gerade weil CEOs davon ausgehen, dass IT-Abteilungen über vergleichbare Budgets wie Sales-Abteilungen verfügen, erwarten sie, dass die IT ebenso stark rentieren müsse. CEOs vertreten Forrester zufolge daher oft die Ansicht, dass sich IT-Abteilungen stärker für den Erfolg des Unternehmens engagieren sollten. Auch soll rund die Hälfte der befragten Business-Entscheider der Ansicht sein, dass die IT den Unternehmenserfolg nicht beschleunige. CIOs schätzen hingegen den Beitrag der IT am Unternehmenserfolg optimistischer ein: Zwei Drittel der IT-Verantwortlichen glauben, dass ihre Abteilung hierzu einen nachweisbaren Beitrag leistet.

IT fördert den Unternehmenserfolg

Dass eine erhebliche Zahl von CEOs den Wertbeitrag der IT anzweifelt, liegt nicht nur an den divergierenden Budgetvorstellungen von CEOs und CIOs. Die Rentabilität von IT-Investitionen lässt sich im Gegensatz zu Marketingmassnahmen weniger leicht beziffern. Die amerikanische Studie „Information Technology and Firm Profitability: Mechanism and Empirical Evidence“ aus dem Jahr 2012 konnte jedoch einen positiven Zusammenhang zwischen IT und Rentabilität nachweisen. Die Forscher untersuchten dabei die jährlichen Ausgaben von 452 globalen Unternehmen anhand archivierter Daten und stellten fest, dass die Investitionen in die IT einen stärkeren Einfluss auf die Rentabilität des Unternehmens haben als Forschung und Entwicklung oder Werbeausgaben.

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