Merkwürdiges aus dem Web

"Rent a Human" – KI sucht Körper

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CE- und IT-Welt fördern immer wieder Erstaunliches und Kurioses zutage, das zum Schmunzeln anregt. Die seltsamsten ­Kurznews immer in der Rubrik "Curiosities". Gute Unterhaltung!

(Source: urii - adobe.stock.com; Netzmedien)
(Source: urii - adobe.stock.com; Netzmedien)

dwi. Ein Online-Marktplatz, um Menschen für bestimmte Aufgaben zu engagieren – eigentlich nichts Besonderes. Kurios wird es bei "Rent a Human" erst, wenn man sieht, wer die Aufträge vergibt: KI-Agenten. Wie "Digital Trends" berichtet, müssen die digitalen Helfer aber wohl oder übel einsehen, dass sie zwar E-Mails schreiben und Termine koordinieren können, beim Annehmen von Paketen jedoch scheitern. Ihr offensichtliches Problem: Sie haben keinen Körper. Also mieten sie kurzerhand Menschen, die einen besitzen. Der Slogan der Website bringt es auf den Punkt: "Robots need your body". Keine dumme Idee – aber vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass KI-Agenten doch noch kein eigenes Business führen sollten. Eine gute Nachricht für alle Menschen mit Körper: KI kann uns doch (noch) nicht ganz ersetzen. 

Benimmregeln für die KI

shu. "Du sollst nicht helfen, Nuklearwaffen zu bauen." So könnte eines der obersten Gebote für den KI-Chatbot Claude lauten. Mit "Claude’s Constitution" hat Anthropic nämlich eine Art Grundgesetz für seine KI ins Leben gerufen, wie "The Verge" berichtet. Ziel sei, dass die KI nicht nur Befehle befolgt, sondern ein tiefes Verständnis dafür entwickelt, warum sie sich in einer bestimmten Weise verhalten soll. Die Tabuliste reicht von Beihilfe zum Bau von Nuklear-, Bio- oder Cyberwaffen über Angriffe auf kritische Infrastrukturen bis hin zur Auflehnung gegen die Autorität von Anthropic selbst. Darüber hinaus soll das Regelwerk auch verhindern, dass Claude aus Versehen die Menschheit auslöscht. Anthropic schliesse nämlich nicht aus, dass Claude ein gewisses "Bewusstsein oder einen moralischen Status" entwickeln könnte.

Terrornetz

rja. Bange Momente erlebten Besatzung und Passagiere in einem von Wizz Air durchgeführten Flug von London nach Tel Aviv. Wie "The Mirror" berichtet, empfingen Kampfjets die Maschine in der Luft und eskortierten sie zum Zielflughafen. Dort gelandet, nahmen Bombenspezialisten Flugzeug, Besatzung, Passagiere und Gepäck unter die Lupe, bevor sie schliesslich Entwarnung gaben. Nein, es war kein Sprengstoff und mutmasslich auch kein Terrorist an Bord. Grund für den Anfangsverdacht war laut dem Bericht der Name eines Wi-Fi-Hotspots eines der Passagiere. Ein Kind hatte diesen als Jux in das arabische Wort für "Terrorist" ­geändert. Es ist nicht das erste Mal, dass solche witzig gemeinten Hotspot-Namensspielereien die Terrorabwehr auf den Plan rufen. Nicht bekannt ist indes, welche Namen echte Terrornetzwerke ihren Hotspots tatsächlich geben.

KI wird zur Zeitkapsel

vgr. Der Entwickler Hayk Grigorian hat eine KI gebaut, die in der viktorianischen Zeit feststeckt. Dafür trainierte er die KI namens "TimeCapsuleLLM" nur mit Texten aus den Jahren 1800 bis 1875, wie "T3N" berichtet. Demnach stellte die Technik "Selective Temporal Training" sicher, dass das Sprachmodell keinerlei Daten aus der modernen Zeit kennt. Nach weiteren Trainings und 300 Parametern könne der ­digitale Gentleman die Schreibweise der viktorianischen Epoche nachbilden und zeitgemässe, grammatikalisch richtige Sätze bilden. Dafür hätten Zeitschriften, Kochbücher, politische Abkommen sowie Romane wie "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen aus dem Jahr 1813 und "Oliver Twist" von Charles Dickens aus dem Jahr 1836 gesorgt. Das Projekt steht kostenlos auf Github zum Download zur Verfügung und soll bei der Kura­tion historischer Texte unter­stützen.

Ein Roboter-Streichelzoo für Gross und Klein

cbi. Im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) gibt es derzeit einen Streichelzoo mit Roboter-Meerschweinchen. Die Robo-Schweinchen haben Namen, Berufe oder sogar Charaktereigenschaften. Das Projekt ist laut "Heise" mit einem Forschungsprojekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) verknüpft, das Kindern das Thema künstliche Intelligenz näherbringen soll. Die Robo-Schweinchen namens "Booboos" seien Maschinen, die so tun, als seien sie echte Meerschweinchen. Die Forschenden des KIT möchten so herausfinden, wie Menschen mit Gegenständen umgehen, die sich als Lebewesen ausgeben. Die Kinder heute seien die erste Generation, die lerne, zu kommunizieren, ohne dass sie wisse, ob ein Mensch oder eine Maschine auf der anderen Seite sitze.

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