Crowdfunding-Veranstaltung

"Eine der entscheidenden gesellschaftlichen Innovationen"

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An einer Veranstaltung sprach Hannes Gassert, Partner von Wemakeit.com, über das Thema Crowdfunding. Auch für Start-ups bietet diese Art von Finanzierung eine gute Starthilfe.

Im Rahmen einer Start-up- und Unternehmer-Konferenz in Zürich hat Hannes Gassert zum Thema "Crowdfunding: Gemeinsam innovative Projekte starten und finanzieren" referiert. Die Veranstaltung wurde von Reto Hartinger und seiner Erfahrungsaustausch-Gruppe Internet Briefing in Zürich organisiert.

Hannes Gassert erzählte in seinem Vortrag zu Beginn über Crowdfunding im Allgemeinen und bezeichnete es als "eine der entscheidenden gesellschaftlichen Innovationen der letzten Jahre". Als Bild verwendete er dabei ein mit Raketen bestücktes Rollbrett, das auch auf der Website von Wemakeit zu sehen ist. Er beschrieb Crowdfunding demnach auch als Rakete für neue Ideen.

In der Schweiz sei Crowdfunding noch eher klein und unbekannt, so Gassert. Es gehe dabei darum, dass jemand eine Projektidee habe, die er finanzieren möchte. Viele Leute könnten einen kleinen Beitrag für das Projekt einzahlen, also "crowdfunden", und dafür kleine oder grössere Belohnungen vom Projekt-Initianten erhalten. Das klassische Beispiel sei eine noch nicht existente CD, die eine Musikgruppe mit dem gesammelten Geld produzieren möchte und die man als Belohnung für etwa 30 Franken schon im Voraus bestellen kann. Die Belohnungen steigerten sich dann preislich und inhaltlich bis beispielsweise zum Konzert mit Backstage-Zugang, wie Gassert ausführt.

Das Tal der Tränen überwinden

Hannes Gassert ist in der Geschäftsleitung der Crowdfunding-Plattform Wemakeit.com tätig und als selbstständiger Technologie-Consultant mit seiner CRSTL GmbH unterwegs. Durchschnittlich werden laut Gassert 8500 Franken als Zielbetrag auf Wemakeit eingegeben und die Erfolgsrate der Projekte liege bei 69 Prozent. Wird die Projektsumme während der Frist nicht erreicht, werden sämtliche Beiträge an die Geldgeber zurückbezahlt und das Projekt gilt als gescheitert. Der Prozess des Geldsammelns kann vom Initianten auf 30, 45 oder 60 Tage festgelegt werden, wobei es gemäss Gassert vor allem auf den Anfang und das Ende ankommt. Normalerweise gleiche der Projektverlauf einer S-Kurve: Zuerst gehe der Betrag schnell nach oben, in den nächsten Tagen komme meist nicht mehr viel dazu und in den letzten Tagen steige der Betrag nochmals stärker. "Den mittleren Abschnitt nennen wir bei uns intern auch 'das Tal der Tränen'", erklärte Gassert.

Im Anschluss musste sich der Referent einigen kritischen Fragen des Gastgebers stellen. Dieser strapazierte mit seiner angriffigen und aufdringlichen Art die Nerven des Experten. Doch die Fragen beantwortete Gassert souverän. Zum Schluss betonte er noch, dass Crowdfunding auch für Start-ups eine gute Möglichkeit sei, herauszufinden, ob Produkte bei den Leuten ankommen und von Geldgebern unterstützt würden.

Eine von Reto Hartinger geleitete Diskussion, bei der die Anwesenden spezifische Fragen und eigene Erfahrungen einbringen konnte, beendete die rund 1,5 stündige Veranstaltung.

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