Hands-on: Zen AIO

Asus-Alleskönner getestet

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Die Redaktion hat den All-In-One-PC Zen AIO von Asus getestet. Die 27-Zoll-Variante ist ein Alleskönner. Besonders die Leistungsfähigkeit des Prozessors und einige Features des Bildschirms überzeugen.

Asus hat der Redaktion ein Testgerät zur Verfügung gestellt (Quelle: Asus)
Asus hat der Redaktion ein Testgerät zur Verfügung gestellt (Quelle: Asus)

Asus hat der Redaktion den All-In-One-PC Zen AIO zum Test zur Verfügung gestellt. Der ZN270IEGK-RA052T ist die 27-Zoll-Variante der Serie. Asus wirbt damit, dass der PC Design und Leistung verbinde.

Tatsächlich macht sich das Gerät sehr gut auf dem Bürotisch. Das Design des Windows-10-PCs ist offensichtlich Apples iMac nachempfunden.

Schickes Design ein zweischneidiges Schwert

Oben am Bildschirm ist eine Webcam. Am unteren Bilschirmrand befindet sich das Logo von Asus und einige weitere kleine Beschriftungen sowie zwei LEDs, die Harddrive-Aktivität beziehungsweise den Betrieb des Geräts anzeigen. Ansonsten lenkt frontal nichts vom Bild selbst ab.

Einer der Hauptgründe dafür ist, dass sämtliche Anschlüsse auf der Rückseite des Geräts liegen. Das sieht sehr sauber aus, ist aber denkbar unpraktisch. Wer mal schnell die Kopfhörer oder einen USB-Stick einstecken möchte, muss entweder das Gerät umdrehen, um es herum gehen oder versuchen, die Anschlüsse per Tastsinn zu finden.

Die Anschlüsse sind zwar aus den Augen, aber auch ausser Reichweite (Quelle: Asus)

Vor allem die Audiobuchsen, USB-Steckplätze und der Kartenleser wären an der Seite des Geräts besser platziert gewesen. Es ist zu empfehlen, einen USB-Hub oder ein USB-Verlängerungskabel zu verwenden.

Vielfältige Anschlussmöglichkeiten

Abgesehen davon sind die Anschlussmöglichkeiten des PCs sehr zufriedenstellend. Es hat vier USB-3.1-Steckplätze, zwei weitere USB-2.0-Anschlüsse und einen Kartenleser, der SD und MMC unterstützt. Des Weiteren hat das Gerät je einen Klinkenanschluss für ein Mikrofon und Stereokopfhörer beziehungsweise externe Lautsprecher.

Zum Anschluss eines zweiten Bildschirms hat der Zen AIO einen HDMI-Ausgang. Zudem können Benutzer das Gerät über den HDMI-Eingang auch nur als Bildschirm verwenden. Über den Kensington-Schlossanschluss können Benutzer das Gerät physisch sichern.

Der 8-polige LAN-Anschluss ermöglicht die Verbindung mit dem Netzwerk per Kabel. Desweiteren hat der Zen AIO einen eingebauten Wireless- und Bluetooth-Adapter.

Guter Bildschirm

Der Bildschirm dieses Modells ist im Gegensatz zu einigen Schwestermodellen kein Touchscreen. Er eignet sich dank 27-Zoll-Diagonale besonders für Splitscreen-Arbeit. Allerdings fällt bei der grossen Bildfläche durchaus auf, dass die maximale Auflösung des Bildschirms FHD nicht übersteigt. Etwas kleinere Schriftgrössen wirken schnell pixelig.

Mehr als 1080p unterstützt der Bildschirm nicht (Quelle: Netzmedien)

In puncto Farbwiedergabe und Bildwinkel beeindruckt der Zen AIO jedoch. Farben wirken kräftig und wahrheitsgetreu. Asus wirbt ausserdem damit, dass das Gerät einen 178-Grad-Bildwinkel hat. Diese Behauptung konnte der Test bestätigen: Bildschirminhalte lassen sich aus fast jedem frontalen Winkel erkennen. Das ist praktisch für gemeinsame Verwendung des Bildschirms, wie etwa bei Sitzungen ohne Projektor oder beim Filmschauen.

Starker Prozessor

Intels i7-7700T und die 16 Gigabyte DDR4-RAM ermöglichen nahtloses Multitasking. Gängige Büroanwendungen wie die Office Suite von Microsoft und Browser wie Edge und Chrome konnten den Zen AIO im Test nicht überwältigen – auch nicht beim Öffnen von zehn verschiedenen Dokumenten und zwanzig Tabs zur gleichen Zeit.

Prozessor und Arbeitsspeicher kommen locker mit dem Büroalltag zurecht (Quelle: Netzmedien)

Eine SSD mit 512 Gigabyte beschleunigt die Ausführung von Software noch weiter. Das vorinstallierte Betriebssystem springt innerhalb von 17 Sekunden an, was besonders auch für die Erstverwendung erfreulich ist. Für grössere Datenmengen steht zudem eine eingebaute HDD zur Verfügung. Diese verfügt beim Testgerät über 2 Terabyte zusätzlichen Speicher.

Grafik von Intel und Nvidia

Für die Grafik sind zwei Karten zuständig. Die Intel HD Graphics 630 mit 2 Gigabyte Speicher ist für den Alltagsgebrauch verantwortlich. Das ist zwar kein beeindruckender Chip, er lässt im Büroeinsatz jedoch nichts zu wünschen übrig. Und für 3-D-Rendering gibt es schliesslich die Nvidia Geforce 940MX mit 2 Gigabyte Speicher.

Im Gegensatz zu einigen Schwestermodellen des Zen AIO ist die Nvidia-Karte in diesem Gerät die mobile Variante einer Geforce. Diese erbringt natürlich merklich weniger Leistung als das Desktop-Modell.

Selbst bei mittleren Grafik-Einstellungen in 1080p erreichte das Testgerät bei Rise of the Tomb Raider im Benchmark-Test nur maximal 40 Bilder pro Sekunde (FPS). Durchschnittlich waren es sogar nur 14 FPS. Ein Action Game ist bei dieser Bildrate unspielbar.

Schlechte Ergebnisse im Benchmark-Test von Rise of the Tomb Raider (Quelle: Netzmedien)

Bei weniger anspruchsvollen Games schneidet der Zen AIO aber genügend ab. Die Bildrate von League of Legends fiel selbst bei maximalen Einstellungen und 1080p nie unter 80 FPS. Somit ist der PC nicht Gaming-untauglich, erfüllt jedoch auch nicht die Ansprüche eines Gamers, der Wert auf grafische Leistungsfähigkeit legt.

Webcam und Lautsprecher beeindrucken nicht

Die eingebaute Webcam nimmt Video und Bilder mit HD-Auflösung auf. Sie erfüllt ihren Zweck. Grundsätzlich limitert aber die niedrige Auflösung und schwache Detailverarbeitung die Kamera.

Ein Webcam-Testbild bei maximaler Auflösung (Quelle: Netzmedien)

Die eingebauten Lautsprecher klingen mittelmässig. Besonders die Basswiedergabe lässt zu wünschen übrig. Filmszenen mit vielen vermischten Geräuschen klangen im Test sehr schnell undeutlich. Über Kopfhörer existierte dieses Problem nicht. Bei Musik war die Wiedergabe generell etwas besser.

Zudem profitiert die Lautsprecherwiedergabe davon, wenn sich hinter dem Gerät eine Abstrahlfläche befindet. So sollte man den PC gegen eine Wand stellen, wenn man regelmässig Filme ohne Kopfhörer oder externe Lautsprecher schauen möchte.

Maus und Keyboard mitgeliefert

Im Lieferumfang enthalten sind ein Netzteil sowie die silberne Peripherie-Kombo MD-5110 von Asus, die eine Wireless-Tastatur und -Maus beinhaltet. Sie kommunizieren mit dem Computer per mitgeliefertem USB-Dongle.

Aufgrund des amerikanischen Keyboard-Layouts testete die Redaktion die Tastatur nicht ausführlich. Die Maus ist allemals eine Verlegenheitslösung, wenn kein besseres Gerät zur Verfügung steht. Sie ist aus Plastik und fühlt sich billig und zu klein an. Sie hat auch nur drei Tasten inklusive der unter dem Mausrad.

Wer braucht einen Alleskönner, der nichts besonders gut kann?

Der Zen AIO ist ein Alleskönner, der jedoch in keiner Kategorie herausragt. Das Design ist ansprechend aber unpraktisch. Die Leistung ist sehr gut für anspruchslose Arbeiten. Der Bildschirm gibt Farben sehr gut und im 178-Grad-Winkel wieder, bietet aber nur FHD-Auflösung. Die Frage ist, wer braucht ein Gerät, das fast alles ein bisschen kann?

Einerseits ist das Gerät für den reinen Büro-Einsatz zu leistungsfähig. Andererseits benötigen setzen die Hardware belastende Grafik- oder Videobearbeitungsarbeiten oft einen Bildschirm mit besserer Auflösung voraus.

Wo Design auffällt

André Riedi, Key Account Manager Systems Business Group bei Asus, sehe das Gerät vor allem in Wohnzimmern, Büros, Schulzimmern und an Points of Sale. Vor allem da, wo das Design des Geräts viel Tragkraft habe, eigne sich der Zen AIO.

Vielleicht das offensichtlichste Anwendungsszenario ist der Einsatz im Home Office. Wer Wert auf einen aufgeräumten Schreibtisch mit minimalem Kabelsalat legt und auch nach der Arbeit gelegentlich noch einen Film am PC schaut oder ein Spiel spielt, für den eignet sich der Zen AIO All-In-One-PC ebenfalls.

Asus bietet leistungsfähigere Varianten mit anderen Bildschirmgrössen und Hardware, die vielleicht spezifischeren Anforderungen eher gerecht werden. Das getestete Modell ist seinen UVP von 1499 Franken wert, sofern man sich in einer Situation befindet, in der man einen solchen Allrounder auch braucht. Sonst könnte man in Sachen Hardware-Ausstattung etwas sparen.

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DPF8_39711

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