Kapitalbeschaffung via Kryptowährung

Finma nimmt Initial Coin Offerings unter die Lupe

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Die Finma will bei Initial Coin Offerings in Zukunft stärker hinschauen. Unternehmen, die sich Kapital durch den Verkauf von Blockchain-Tokens beschaffen, sollen sich an die Finanzmarktvorschriften halten. Die Geldaufnahme mit Kryptowährungen ist beliebt wie nie – und kaum reguliert.

(Source: kschneider2991/pixabay.com/CC0 Creative Commons)
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Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) will in Zukunft genauer hinschauen, wenn Unternehmen sich mit sogenannten Initial Coin Offerings (ICO) Kapital beschaffen. Der Grund sei, dass es in letzter Zeit zu einem "markanten Anstieg von in der Schweiz durchgeführten oder angebotenen" ICOs gekommen sei, schreibt die Finma in einer Mitteilung.

ICOs, eine Terra Incognita für die Behörden

In einer am Freitag publizierten Aufsichtsmitteilung (PDF) hält die Finma fest, dass es aktuell weder international noch in der Schweiz Vorschriften zu ICOs gebe. Allerdings bestehen nach Ansicht der Behörde mehrere Gründe, die im Einzelfall sehr unterschiedlichen ICOs dem geltenden Finanzmarktrecht zu unterstellen.

Die Finma erwähnt konkret Bestimmungen zur Geldwäscherei, zur Terrorismusfinanzierung und zum Bankenrecht. Abklärungen wegen der Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen liefen bereits in mehreren Fällen.

Die Finma weist zudem darauf hin, dass ICOs oft mit Volatilität und Unsicherheit einhergingen. Wie bei der Bekämpfung von Scheinkryptowährungen warnt die Behörde deshalb vor Betrugsversuchen im turbulenten Markt. Unternehmen, die selbst ICOs durchführen möchten, empfiehlt die Finma, sich rechtzeitig über die rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren.

Die Stellungnahme der Finma kommt nicht überraschend. Mitte September wollte der Aargauer SVP-Nationalrat vom Bundesrat wissen, ob nicht eine stärkere Regulierung von Kryptowährungen und digitalen Zahlungsmitteln angezeigt sei. Die Regierung versprach darauf, die Vorgaben in diesen Bereichen auszubauen.

Neue Form der Kapitalbeschaffung

ICOs sind ein ebenso neuer wie erfolgreicher Weg von Unternehmen, digitales Kapital zu beschaffen. Dabei werden unter Verwendung der Blockchain-Technik sogenannte Token ausgegeben, wie die Finma das Prinzip erklärt. Investoren können diese Token erwerben und stellen dem Unternehmen im Gegenzug Kryptowährungen wie Bitcoin zur Verfügung.

Die Finanzierungsmethode ist vor allem bei Start-ups beliebt. Die Firma Modum, die Technologien für den Einsatz von Blockchain in der Supply Chain entwickelt, beschaffte sich kürzlich so 1,25 Millionen US-Dollar. Die neue Blockchain-Tochter der Swisscom möchte Unternehmen bei der Durchführung von ICOs unterstützen.

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DPF8_60186

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