Nachhaltiges Wachstum

Sieben Start-ups erhalten die ersten Innosuisse-Zertifikate

Uhr | Aktualisiert
von Stefan Kyora

Das neue Innosuisse-Zertifikat hat das KTI-Start-up-Label ersetzt. Die ersten sieben Unternehmen wurden nun mit dem Zertifikat ausgezeichnet.

(Source: pixabay)
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Innosuisse, die Schweizer Innovationsagentur, hat am 1. Januar 2018 die Aufgaben der ehemaligen Kommission für Technologie und Innovation (KTI) übernommen. Im Rahmen der Reorganisation wurde der Coachingprozess neu strukturiert. Das neue Innosuisse-Zertifikat ist der Nachfolger des KTI-Start-up-Labels. Das Zertifikat wird vom Innosuisse Innovation Council vergeben. Es bescheinigt, dass das Unternehmen bereit ist, nachhaltig zu wachsen.

Im Jahr 2018 verlieh Innosuisse sieben Unternehmen das Zertifikat. Mit dem Abschluss der Reorganisation von Innosuisse wird die Zahl der Start-ups, die das Zertifikat erhalten, 2019 deutlich steigen.

Die sieben Unternehmen, die Innosuisse 2018 ausgezeichnet hat, sind:

Dividat AG (Healthcare IT) - Schindellegi

Dividat ist ein Spin-off-Unternehmen der ETH Zürich und entwickelt erprobte Trainingskonzepte zur Verbesserung der Mobilität älterer Menschen, die der Prävention und Rehabilitation dienen. Zu den Produkten gehören eine stufenbasierte Trainingsplattform, wissenschaftliche computergestützte Krafttrainingsgeräte für alle Altersgruppen und Fähigkeiten sowie ein videokamerabasiertes Trainingssystem mit Spiel- und Virtual-Reality-Elementen, das die körperliche Aktivität fördert. Kunden des Start-ups sind Physiotherapeuten, Fitnesscenter für ältere Erwachsene und Pflegeeinrichtungen, die Trainingszentren zur Sturzprävention betreiben.

Hylomorph AG (Medtech) - Zürich

Das Medizintechnik-Startup ist auf die Beschichtung von Implantaten spezialisiert. Hylomorph befasst sich mit dem Problem der fibrösen Verkapselung, der Reaktion des Körpers auf implantierte Fremdstoffe, indem es sie ihn in eine dichte Schicht aus fibrotischem Bindegewebe einkapselt. Das Biomaterial von Hylomorph interagiert mit dem Sensormechanismus von Zellen und sorgt so für eine gesunde Interaktion zwischen Gerät und Gewebe. Der Abschluss einer Serie-A-Runde im August ermöglicht es Hylomorph, die Produktentwicklung abzuschließen, klinische Studien durchzuführen und die FDA-Zulassung sowie die CE-Kennzeichnung zu erhalten.

Inositec AG (Biotech) - Zürich

Der Aufbau von Kalzium und Phosphat im Blut kann zu mineralischen Ablagerungen führen, insbesondere im Gefäßsystem, da die Kontrolle über Bestandteile im Blut verloren geht, die den Mineralhaushalt im Körper regulieren. Die ETH Zürich Spinoff entwickelt lebensrettende niedermolekulare Medikamente auf Basis ihrer Inositune Plattform von Inositolphosphat (IP6)-Analogen, einem natürlichen Katalysator verschiedener Zellfunktionen zur Bekämpfung der Gefäßverkalkung. Eine der jüngsten Errungenschaften des Startups war der Abschluss der präklinischen Studien mit seinem INS-3001, einem neuartigen Hemmstoff der Gefäßverkalkung für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen. Dieser Meilenstein ebnete den Weg für die für 2019 geplanten First-in-Human-Studien.

Irsweep AG (Mikrotechnik) - Staefa

Das Spin-off der ETH Zürich bietet hochmoderne optische Sensorlösungen auf Basis von Halbleiter-Quantenkaskadenlasern (QCL) im mittleren Infrarot-Spektralbereich. Die mikrosekundengenaue Zeitauflösung in Kombination mit großer spektraler Bandbreite und hoher spektraler Auflösung bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten in der Molekularanalyse. Viele biologische und chemische Prozesse laufen innerhalb von Mikrosekunden ab, und bisher waren Spektrometer einfach zu langsam, um diese Vorgänge zu messen. Irsweep bringt Licht ins Dunkel und wird eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Behandlungen für bestimmte Krankheiten wie Alzheimer spielen. Zwei Produkte von Irsweep sind bereits auf dem Markt.

Onevisage SA (ICT) - Lausanne

Onevisage widmet sich der Stärkung der Cybersicherheit dank seiner neuartigen Biometrie-Lösungen. Das Startup entwickelt einzigartige 3D-Gesichtsbiometrie- und 3D-grafische Authentifizierungssoftwarelösungen, die es großen Finanzdienstleistern und Cybersicherheitsintegratoren ermöglichen, Cyber-Bedrohungen oder Identitätsdiebstähle drastisch zu reduzieren. Die Technologie von Onevisage bietet eine höhere Sicherheitsstufe als die aktuellen Pin-Code-Authentifizierungsverfahren. Es könnte mehr als 3 Milliarden Benutzer mobiler Geräte zu den Kosten eines einfachen passwortbasierten Produkts bedienen, ohne sich ein Sicherheitspasswort oder einen PIN-Code merken oder eingeben zu müssen.

Pregnolia AG (Medtech) - Zürich

Pregnolia wurde als Spin-off der ETH Zürich gegründet und entwickelte ein innovatives System zur Beurteilung der Steifheit des Gebärmutterhalses bei schwangeren und nicht schwangeren Frauen. Traditionell nutzen Gynäkologen und Hebammen ihren Tastsinn und ihren Ultraschall, um den Gebärmutterhals zu untersuchen. Mit dem Gerät von Pregnolia können Gynäkologen nun die Steifheit des Gewebes schnell, schmerzfrei und mit höherer Genauigkeit messen. Das Gerät besteht aus einem Messstift und einer kleinen Konsole mit Display und misst die Steifheit durch sanften Unterdruck. Die Lösung kann bei der routinemäßigen Schwangerschaftsuntersuchung der Kunden angewendet werden, um Veränderungen am Gebärmutterhals zu überwachen und so zur Prävention der Frühgeburt beizutragen.

Ticketfrog AG (ICT) - Olten

Das nun unter dem Namen Eventfrog tätige Start-up ist eine kostenlose Ticketing-Plattform für Veranstalter, die einen Do-it-yourself-Ansatz anbietet, um es den Veranstaltern zu ermöglichen, Tickets online kostenlos zu verkaufen, die Veranstaltungen regional und national zu vermarkten und zusätzliche Umsätze auf der Veranstaltung mit Kaufanreizen zu erzielen. Über 20'000 Veranstaltungen sind auf der Plattform aktiv und machen sie zu einem der grössten Veranstaltungskalender der deutschsprachigen Schweiz. Das Start-up hat in diesem Jahr eine dritte Finanzierungsrunde abgeschlossen, um seine internationalen Expansionspläne fortzusetzen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf startupticker.ch.

Wer wissen möchte, weshalb es Eventfrog bis ins Finale des Digital Economy Award geschafft hat, erfährt hier mehr.

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