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Der schrittweise Fahrplan zur digitalen Souveränität

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von Lukas Grossar und Nicolas Christener, Adfinis

Die geopolitische Lage macht die Risiken einer Abhängigkeit von US‑Cloud‑Anbietern offensichtlich. Als Antwort darauf ­bietet Open-Source-Software Unternehmen einen Pfad zu unabhängigen IT‑Services – Schritt für Schritt von der Analyse über die Finanzierung bis zur Stärkung der Gemeinschaft.

Lukas Grossar (l.), Sales Engineer, Adfinis; Nicolas Christener, CEO, Adfinis. (Source: zVg)
Lukas Grossar (l.), Sales Engineer, Adfinis; Nicolas Christener, CEO, Adfinis. (Source: zVg)

Das Thema digitale Souveränität ist aktuell in aller Munde. Die geopolitischen Verschiebungen der letzten Zeit haben klar gezeigt, dass die internationale Zusammenarbeit nicht selbstverständlich ist, sondern von den Interessen der handelnden Personen abhängt. Die Risiken einer unreflektierten Abhängigkeit von US-Cloud-Services sind offensichtlich und führen zu einem rasant steigenden Interesse an souveränen Lösungen. 

Obwohl diese Risiken bekannt sind, haben die meisten Unternehmen bis heute keine Strategie entwickelt, um wirklich unabhängig zu sein. In der Schweiz und im restlichen Europa ist das Thema schon länger präsent. Open-Source-Software (OSS) und die Freiheiten, die sie garantiert, sind ein Eckpfeiler der digitalen Souveränität. Die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, dem öffentlichen Sektor und der Zivilgesellschaft hat in den letzten Jahren die technologische und rechtliche Grundlage dafür geschaffen, dass Abhängigkeiten von einzelnen Unternehmen heute durch den Einsatz von OSS-Lösungen vermieden werden können. 

Der Aufbau souveräner IT-Services wird heute durch eine breite Auswahl zuverlässiger Open-Source-Projekte erheblich erleichtert. Ob Chat-Dienste, Dokumenten-Kollaborations- oder Planungstools: Etablierte Lösungen ermöglichen bereits seit Längerem einen sicheren, unabhängigen und kontinuierlichen Betrieb für unzählige Organisationen. Mit jeder Ablösung eines bestehenden Services ergibt sich die Chance, eine Entscheidung für mehr Unabhängigkeit zu treffen, indem auf Open-Source-Software gesetzt wird. Nicht die "Big-Bang"-Migrationen sind anzustreben, sondern ein Schritt-für-Schritt-Ansatz. So kann der Aufbau eines Open-Source-Datenbankservice die Basis für eine langfristige Abschaffung von proprietären Datenbanken sein, wenn die Kompatibilität damit als Anforderung in die Evaluierung von Lösungen inte­griert wird. Auch in der Softwareentwicklung werden tagtäglich Entscheidungen getroffen, die Einfluss auf die digitale Souveränität haben. Offene Standards sind hierbei der Garant für den langfristigen Erfolg, da sie die Interoperabilität verschiedener Lösungen sicherstellen. 

Digitale Souveränität ist ein fortwährender Prozess, der nicht mit einer einzelnen Entscheidung oder einem einzelnen Projekt erreicht wird. Zusammenfassend müssen drei Dinge zusammenkommen, damit digitale Souveränität auf Basis von Open-Source-Software möglich ist. 

Zunächst muss der erste Schritt gemacht werden, um den Pfad zu mehr Unabhängigkeit zu beschreiten. Unternehmen müssen ihren Tech-Stack analysieren und die grössten Abhängigkeitsrisiken identifizieren. Darauf aufbauend muss die Finanzierung von Open Source auf eine solide Basis gestellt werden und dazu müssen die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand zusammenarbeiten. Und als Letztes müssen alle verstehen, dass Open Source nicht allein der Code ist, sondern die Gemeinschaft, die wir zusammen aufbauen, um gemeinsam mehr zu erreichen. Indem wir aktiv in diese Ökosysteme investieren und Wissen teilen, stärken wir nicht nur unsere eigene Infrastruktur, sondern schaffen ein resilientes digitales Rückgrat für die gesamte Gesellschaft.

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