Editorial

EPD: Zeit für die Umsetzung

Uhr | Aktualisiert
George Sarpong, stellvertretender Chefredaktor, Netzwoche
George Sarpong, stellvertretender Chefredaktor, Netzwoche

Die aktuelle Ausgabe von «IT for Health» wird von der Debatte über das elektronische Patientendossier beherrscht. Im Sommer 2015 wurde das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) verabschiedet. Dieses Jahr tritt das Gesetz in Kraft. In den vergangenen zwei Jahren wurde deshalb viel diskutiert. Etwa darüber, wie die Umsetzung des elektronischen Patientendossiers (EPD) praktisch aussehen muss, wie die ­Interessen der verschiedenen betroffenen Gruppen miteinander in Einklang gebracht werden können, und wie man das EPD der Zielgruppe, den Patienten, näherbringen will. Diese und weitere Diskussionen sind noch nicht abgeschlossen. Das zeigt das Programm des zweitägigen Swiss E-Health Forums in Bern ­(Seite 8).

Um das EPD zu verbreiten, müssen Patienten besser informiert werden, wie die Ergebnisse des aktuellen «Swiss E-Health Barometer» des Forschungsinstituts von GFS Bern zeigen (Seite 18). Zwar wird seit Jahren öffentlich über das EPD diskutiert. Allerdings kannten laut der Untersuchung von GFS erst 35 Prozent der Befragten das EPD. Immerhin könnten sich 67 Prozent der Umfrageteilnehmer vorstellen, das EPD zu nutzen. Die ­Akzeptanz ist also in grossen Teilen der Bevölkerung vorhanden. Nun müssen überzeugende Angebote her, die den Menschen den Mehrwert aufzeigen. Helfen könnte auch die Quantified-Self-Bewegung (Seite 6 und Seite 34). Mit Fitnesstrackern und Smartwatches ausgerüstet, messen die Träger solcher Geräte, wie viele Schritte sie gingen, wie viele Kalorien sie verbrannten oder wie viele Stunden sie schliefen. Viele Nutzer erkennen einen Mehrwert der eigenen Vermessung und sammeln ihre Vitaldaten in Dossiers innerhalb von Apps. Mit der Verbreitung der Wearables gewöhnen sich immer mehr Menschen daran, ein EPD mit ihren Gesundheitsdaten zu führen.

Doch Marketing ist nicht das einzige Problem bei der Umsetzung des EPDG, wie Jürg Lindenmann erklärt, Geschäftsführer von Health-IT. In seiner Kolumne Stethoskop weist er auf die Herausforderungen bei der Umsetzung des EPDs hin. Laut Lindenmann gibt es einige Defizite bei der Planung und Umsetzung des Projekts. Das EPD drohe zu einem Nischenangebot zu verkümmern. Aber, so hofft Lindenmann, geschieht vielleicht noch ein Wunder (Seite 39).

Viel Lesevergnügen!

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