Rückblick auf 10 Jahre Digitalisierung

Nationalbibliothek setzt auf digital

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Die Schweizerische Nationalbibliothek hat ihren Jahresbericht publiziert. Er dokumentiert den Ausbau des digitalen Angebots in den vergangenen Jahren. Die Vernetzung soll zu einer besseren Benutzung beitragen.

(Quelle: Sentavio / Shutterstock.com)
(Quelle: Sentavio / Shutterstock.com)

Die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) hat ihren Jahresbericht 2016 vorgelegt. Direktorin Marie-Christine Doffey blickt auf ein Jahrzehnt zurück, das "im Zeichen der digitalen Wende" stand, wie sie schreibt. Damit verweist sie auf den Ausbau des digitalen Angebots der NB sowie die Vernetzung in der digitalen Bilbiotheks-Landschaft. Die NB habe neue Angebote geschaffen und andere aufgegeben, für die keine Nachfrage mehr bestand.

Neue digitale Sammlungen

Die seit 1895 bestehende NB erweiterte ihr Angebot um verschiedene digitale Sammlungen. 2016 neu dazugekommen sind die Bestände der Schweizerischen Nationalphonothek in Lugano. Der grösste Teil davon ist digital verfügbar, wie Doffey schreibt. Auch im Kern ihrer Sammlung von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften habe die NB ein digitales Angebot aufgebaut. Dieses umfasse elektronische Publikationen wie auch Digitalisate gedruckter Medien. Die Bibliothek stellt das Angebot auf verschiedenen Portalen, wie etwa der Plattform E-Periodica der ETH, zur Verfügung.

Laut Jahresbericht wuchs der digitale Teil der allgemeinen Sammlung um einen Drittel auf mehr als 110'000 Publikationen. Der belegte Speicherplatz nahm von 10 auf 15 Terabyte zu. Die Zahl original digitaler Dokumente in den Beständen der NB, etwa E-Books, stieg gegenüber 2015 um rund 68 Prozent auf 75'999 Stück. Der grösste Zuwachs innerhalb der Bibliothek. Insgesamt wuchsen die Bestände der NB um 1,9 Prozent auf fast 4,6 Millionen Publikationen. Dazu kommen verschiedene Spezialsammlungen, Archive und Nachlässe.

Besondere Aufmerksamkeit widmete die NB der Langzeitarchivierung. Die NB habe dazu unterirdische Depots für die gedruckten Publikationen eröffnet. Die Bibliothek sei aber auch im Bereich der Archivierung von digitalen Dokumenten aktiv gewesen. Sie führte dazu 2016 in Bern die International Conference on Digital Preservation mit 300 Teilnehmern durch. Als nächstes möchte die NB ihre digitalen Bestände auf einem zentralen Repository sichern, wie es im Jahresbericht heisst.

Erschliessung und Vernetzung

Ebenso wichtig wie für das Angebot sei die Digitalisierung für die Erschliessung der Bestände. Bibliografien, die zum Teil seit Jahrzehnten gedruckt erscheinen, digitalisierte die NB oder stellte sie ganz ein, wenn kein Bedarf mehr vorhanden war. Archivdokumente sind seit 2008 in der Datenbank Helveticarchives erschlossen.

Mit der Beteiligung an der Entwicklung internationaler Katalog-Standards habe die NB die Vernetzung mit anderen Institutionen, der Forschung und den Nutzern verbessert. Partnerschaften sei die Bibliothek etwa mit der Wikipedia-Community und metagrid.ch eingegangen. Zudem wirke sie an der Plattform "opendata.swiss" mit, wo staatliche Behörden Datensätze der Öffentlichkeit frei zur Verfügung stellen.

Der gesetzliche Auftrag der Nationalbibliothek ist es, "gedruckte oder auf anderen Informationsträgern gespeicherte Informationen, die einen Bezug zur Schweiz haben, zu sammeln, zu erschliessen, zu erhalten und zu vermitteln". Diese Aufgabe nimmt sie zunehmend auch im digitalen Raum wahr. Eine Folge davon sei, dass die Nachfrage vor Ort im Schnitt zurückgehe, während sie im Netz steige. Die Digitalisierung verstärke also auch die Nutzung.

Webcode
DPF8_50393

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