Forschungsprojekt an der FHNW

So will das Start-up Optichronix Demenzpatienten helfen

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von René Jaun und jor

Mit einer App will das Start-up Optichronix Menschen mit Demenz unterstützen. Die App erinnert Patienten etwa an die Medikamenteneinnahme und animiert zu einem gesünderen Lebensstil. Dies soll den Krankheitsverlauf verlangsamen.

(Source: chanut iamnoy / iStock.com)
(Source: chanut iamnoy / iStock.com)

Fast 150'000 Menschen leiden in der Schweiz an einer Demenzerkrankung – und jedes Jahr kommen an die 30'000 neue Fälle dazu, wie aus Zahlen des Bundesamts für Statistik hervorgeht. Bis dato gibt es keine Möglichkeit, die Krankheit zu heilen. Man kann ihren Verlauf jedoch beeinflussen.

Länger unabhängig leben

Das Start-up Optichronix versucht nun, mithilfe einer App Menschen mit Demenz zu helfen. Gründer und CEO Rene Gilvert sagt auf Anfrage, es gäbe verschiedene äussere Faktoren, die den Verlauf einer Demenzerkrankung positiv beeinflussen, darunter Bewegung, Gewicht oder ausgewogene Ernährung. Die App seines Unternehmens versuche dementsprechend, den Patienten zu einem gesunden Verhalten zu animieren. So erinnert sie etwa daran, sich mehr zu bewegen.

"Wir versuchen, den kognitiven Verfall zu reduzieren", erklärt Gilvert das generelle Ziel der App. Dazu gehöre aber nicht nur, das Verhalten des Patienten positiv zu beeinflussen. Es gehe auch darum, etwa Arztbesuche nicht einmal jährlich zu planen, sondern konkret dann, wenn sich der Gesundheitszustand des Patienten verändert habe.

Gleichzeitig könne die App die medikamentöse Behandlung verbessern, indem sie den Patienten an die regelmässige Einnahme erinnert. Dies wiederum könnte dazu beitragen, dass erkrankte Menschen länger unabhängig leben könnten, statt in ein Heim zu müssen.

Es gibt noch viel zu tun

Noch ist die App von Optichronix nicht verfügbar. Derzeit läuft ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit dem Ziel, den digitalen Assistenten zu optimieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Die neue digitale therapeutische Lösung werde voraussichtlich im dritten Quartal 2021 bereitstehen. Laut dem CEO folgt danach eine klinische Untersuchung, um den Erfolg der App zu messen.

Das Forschungsprojekt an der FHNW wird von Innosuisse mit einem Inno-Check – einem Förderbeitrag in der Höhe von 15'000 Franken – unterstützt. Das Geld gehe an die Forschungsinstitution, heisst es bei Innosuisse auf Anfrage. Und: Im Jahr 2020 vergab Innosuisse insgesamt 500 solche Inno-Checks. Aufgrund der Coronapandemie hat der Bund unlängst die finanziellen Bedingungen für Innovationsprojekte von KMUs gelockert, die von der Innosuisse unterstützt werden. Hier lesen Sie, was sich geändert hat.

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DPF8_208932

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