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Sicheres Login mit Agov und E-ID

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von Berit Gerritzen, Egovpartner

Wer heute eine Wohnsitzbestätigung braucht, beantragt diese meist online – und wartet dann auf die Post. Ab 2028 wird das in Zürcher Gemeinden und Städten anders laufen. Dank eines ­standardisierten Logins mit sicherem Identitätsnachweis können Anträge und Bewilligungen ­künftig durchgehend digital abgewickelt werden.

Berit Gerritzen, Leiterin Geschäftsstelle, Egovpartner. (Source: zVg)
Berit Gerritzen, Leiterin Geschäftsstelle, Egovpartner. (Source: zVg)

Der steigende Bedarf an medienbruchfreien, digitalen Behördenleistungen verlangt auch auf kommunaler Ebene neue Lösungen. Möglich wird das durch zwei zentrale Komponenten: das Schweizer Behördenlogin Agov und die kommende staatliche E-ID.

Die beiden Systeme werden oft miteinander vermischt, übernehmen technisch jedoch eine klare Aufgabe. Agov ist das Login-System des Bundes, mit dem sich Bürgerinnen und Bürger bei Behörden anmelden – etwa zum Ausfüllen der Steuererklärung. Die E-ID ist ein besonders sicherer Identitätsnachweis, der in dieses Login integriert wird. Aus Nutzersicht verschmelzen damit in Zukunft Agov und E-ID zu einem einzigen Anmeldevorgang mit höchster Sicherheitsstufe. Das bedeutet, dass die Person nicht nur über die Zugangsdetails verfügt, sondern nachweislich auch diejenige ist, die sie vorgibt, zu sein.

Zusammenarbeit schafft zukunftsfähige Standards

Im Kanton Zürich begleitet die Zusammenarbeitsorganisation Egovpartner, in enger Abstimmung mit dem kantonalen Amt für Informatik und der Digitalen Verwaltung, die Einführung des neuen Behördenlogins in den Gemeinden. Diese Zusammenarbeit ebnet den Weg für die weitere Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung. Das spart Ressourcen und schafft einen einheitlichen Standard – mit dem grossen Vorteil, dass sich die Bevölkerung mit einem Login (Agov) für diverse digitale Behördenservices von Bund, Kanton und Gemeinden einloggen kann.

Eine der zentralen Herausforderungen dabei liegt im föderalen Aufbau der Schweiz. Jede Gemeinde nutzt oft unterschiedliche Software für digitale Angebote, Einwohnerverwaltung, Steuern oder Bewilligungen. Die Lösung muss daher flexibel genug sein, um verschiedene Umsysteme anzubinden, gleichzeitig aber standardisiert genug, um effizient zu sein. 

Modulare Architektur für föderale Flexibilität

Das Egovpartner-Projekt E-Services ist somit das Herzstück der Umsetzung. Dabei entsteht ein einheitlicher Onlineschalter, der unterschiedlichste Behördenleistungen digital abbildet, von der Wohnsitzbestätigung über kommunale Bewilligungen bis zur Hundesteuer.

Technisch basiert die Lösung auf einer modularen Systemarchitektur. Der Onlineschalter bindet Agov als Authentisierungsverfahren ein und kommuniziert über definierte Schnittstellen mit den bestehenden Fachsystemen der jeweiligen Gemeinden. Über ein intuitives Cockpit haben Bevölkerung sowie Gemeindemitarbeitende alle Anfragen oder Dokumente sowie deren Status auf einen Blick verfügbar. 

Datenschutz ist dabei keine Zusatzüberlegung, sondern Grundvoraussetzung: Welche Daten fliessen wohin, wer darf was sehen, wie werden sensible Informationen geschützt? Diese Fragen und Anforderungen klärte das Projektteam von Egovpartner von Anfang an mit dem Team der kantonalen Datenschutzbeauftragten. So entsteht für die Bevölkerung und Verwaltung eine Lösung, die nicht nur funktional, sondern auch rechtssicher ist.

Die Verwaltung der Zukunft

Die eigentliche Transformation entsteht jedoch erst im Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Agov und E-ID sorgen für die sichere Authentifizierung, die qualifizierte elektronische Signatur ermöglicht rechtsgültige digitale Unterschriften, der Onlineschalter bindet benötigte Fachapplikationen nahtlos an. Was früher mehrere Behördengänge, Formulare und Wartezeiten bedeutete, wird so zu einem durchgängigen digitalen Prozess – von der Identifikation bis zum fertigen Dokument.
 

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