Prominenter Zuwachs

Wie Siroop sich als offener Marktplatz positioniert

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

Das Sortiment von Brack.ch ist jetzt auch über den Onlinemarktplatz von Siroop.ch erhältlich. Für das Joint-Venture von Swisscom und Coop ist es der erste grosse Händler. Das Unternehmen erklärt, wie andere Händler teilnehmen können und was es kostet.

Screenshot von Siroop.ch. (Quelle: Screenshot)
Screenshot von Siroop.ch. (Quelle: Screenshot)

Der Onlinemarktplatz Siroop hat prominenten Zuwachs bekommen. Wie das Unternehmen mitteilt, kann das Sortiment von Brack.ch ab sofort über die Plattform bezogen werden.

Siroop bezeichnet sich selber als "ersten offenen Onlinemarktplatz der Schweiz". Das Unternehmen ist ein Joint-Venture der Coop-Gruppe und von Swisscom. Noch befindet sich das Projekt in einer Beta-Phase. Erst im zweiten Quartal dieses Jahres soll das Portal mit einer grossangelegten Werbekampagne lanciert werden.

Brack.ch macht Konkurrenz keine Sorge

Insgesamt umfasst das auf Siroop zugängliche Sortiment von Brack.ch 80'000 Artikel, wie das Unternehmen mitteilt. Für beide Seiten sei die Zusammenarbeit eine Win-Win-Situation. Siroop profitiere vom Zuwachs durch einen grossen Schweizer Anbieter. Brack.ch erhöhe im Gegenzug seine Reichweite.

Brack.ch hat sich schon in der frühen Phase zur Zusammenarbeit mit Siroop entschieden, da der Marktplatz zu "einer der primären Anlaufstellen für Schweizer Konsumenten in Sachen Produktsuche werden" könnte, schreibt das Unternehmen.

Laut Markus Maler, CEO von Brack.ch, ist es auch kein Problem, dass Coop als Eigentümer vom Konkurrenten Microspot.ch mit bei Siroop involviert ist. Siroop agiere eigenständig und behandle alle Akteure auf der Plattform gleich, so Maler weiter.

Finanzierung über Kommissionen

Prinzipiell kann sich jeder Händler dem Marktplatz von Siroop anschliessen. Die Aufnahme ist kostenlos, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Siroop selber finanziert sich durch Kommissionen. Die Höhe dieser ist abhängig von der Produktkategorie. Die Grösse eines Händlers spielt keine Rolle, betont das Unternehmen.

Für Elektronikhändler liegt der Kommissionssatz bei 6 Prozent. Alle anderen Kategorien schlagen mit 9,9 Prozent zu Buche. In der Kommission mit eingeschlossen sind die Payment-Kosten. Weitere Informationen zur Teilnahme hat Siroop auf seiner Website bereitgestellt. Zurzeit sind 63 Händler auf dem Marktplatz registriert. Das Sortiment reicht dabei von Kosmetik über Bücher bis hin zum Elektronik-Fachhandel.

Konkurrenz bisher kein Problem

Siroop sieht sich nach eigenen Angaben in der Schweiz als "Pionier". Es gebe noch keinen Onlinemarktplatz, "der allen Marktteilnehmern komplett offen steht". Dabei reiche Siroop allen interessierten Firmen die Hand. Neben grossen Online-Playern wie Brack.ch werden auch kleine "Läden um die Ecke" angesprochen, teilt Siroop weiter mit. Nicht einmal eine Website sei hierzu notwendig.

Da die Plattform offen ist, treffen hier auch direkte Konkurrenten aufeinander. Dessen sind sich die Betreiber durchaus bewusst - es ist ein essenzieller Teil des Konzepts. Letztendlich müssten die Händler entscheiden, ob es der richtige Ansatz für sie ist. Siroop möchte allen Unternehmen, ungeachtet der Grösse und Bedeutung, eine gleich attraktive Plattform bieten.

Bisher gab es noch keine Probleme zwischen Händlern mit gleichem Sortiment. "So haben sich beispielsweise viele unserer kleinen Händler eine Nische geschaffen, in der sie spezialisiert sind. Oder sie bieten Produkte an, die grosse Händler so nicht im Angebot haben", teilen die Betreiber mit.

Verbesserungen auf der Website

Seit dem Beginn der Test-Phase entwickelte Siroop den Onlinemarktplatz kontinuierlich weiter. Dabei floss das Feedback von rund 1500 Kunden mit ein. Durch diese Anregungen konnte das Kundenerlebnis laut Siroop verbessert werden. Weiterhin wurde der Funktionsumfang sukzessive ausgebaut, um den Mehrwert für Kunden und Händler zu steigern.

Bei der Erarbeitung des Web-Auftritts arbeitete Siroop eng mit externen Partnern aus dem In- und Ausland zusammen. Beim Design und der Webentwicklung setzt Siroop auf die Schweizer Agenturen Ginetta und Liip, teilt das Unternehmen mit.

Zudem beschäftig das Unternehmen momentan 20 eigene Entwickler am Standort in Zürich. Im März 2015 waren es erst 2 Entwickler. Momentan sucht Siroop auch noch nach weiteren Entwicklern für sein Team. Das sind vor allem Spezialisten im Bereich Back- und Frontend-Entwicklung, wie auch Suchspezialisten. Nach eigenen Angaben arbeiten momentan 100 Personen im Unternehmen.

Webcode
7793

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