Automatisierung im Bau

ABB setzt auf Robotik-Boom in Baubranche

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von Joël Orizet und ebe

ABB will den Abschwung in der Autoindustrie auf einem anderen Absatzmarkt wettmachen. Der Industriekonzern will mit seinen Robotern nun die Baubranche erobern. Staatliche Konjunkturprogramme sollen hier für Wachstum sorgen.

ABB sieht im Robotik-Geschäft grosses Potenzial. (Source: abb.com)
ABB sieht im Robotik-Geschäft grosses Potenzial. (Source: abb.com)

ABB sieht in der Baubranche einen neuen Wachstumsmarkt für sein Robotikgeschäft. In den vergangenen 18 Monaten habe man ein grosses Interesse an Automatisierung im Bauwesen gesehen, sagte ABBs Robotik-Chef Sami Atiya gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters".

Der Industriekonzern will dies auch durch eine Umfrage in Erfahrung gebracht haben. Unter 1900 Bauunternehmen in Europa, den USA und China rechneten 91 Prozent in den kommenden zehn Jahren mit einem Fachkräftemangel, teilt die ABB mit. Bis dahin wollen indes 81 Prozent der Befragten Roboter einführen.

Konjunkturprogramme sollen Baubranche beflügeln

ABBs Robotergeschäft leidet seit einigen Jahren unter dem Abschwung in der Automobilbranche – traditionell der wichtigste Absatzmarkt in diesem Segment. In den kommenden Jahren dürfte ABB Robotics in der Autoindustrie schätzungsweise zwischen 3 und 5 Prozent wachsen, schreibt "Reuters" weiter.

In der Baubranche rechne der Industriekonzern hingegen mit einem Wachstum von 20 bis 30 Prozent. "Was Robotik und Automatisierung betrifft, befindet sich die Baubranche momentan dort, wo die Automobilindustrie vor etwa 50 Jahren war", lässt sich Atiya von der Nachrichtenagentur zitieren.

ABB-Roboter im ETH-Labor für kollaborative robotergestützte digitale Fertigung. (Source: abb.com)

Den Grund für die Wachstumsaussichten sieht ABB insbesondere in milliardenschweren staatlichen Konjunkturprogrammen, die die Weltwirtschaft nach der Coronakrise ankurbeln sollen. "Es gibt eine enorme Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und nachhaltigen Lösungen sowie einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften", sagte Atiya.

Erste Bauroboter im Einsatz

ABB arbeite zurzeit an Projekten wie dem Einsatz von Robotern bei der Installation von Aufzügen für den Schweizer Lifthersteller Schindler. Ein weiteres Projekt drehe sich um die Automatisierung der Produktion von Komponenten für Fertighäuser in Kanada. Und beim schwedischen Bauunternehmen Skanska würden ABB-Roboter Stahlkonstruktionen zur Absicherung von Gebäuden zusammenschweissen.

Der autonom arbeitende Bohrroboter von Schindler. (Source: abb.com)

"Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir besser abschneiden werden als der Markt", sagte Atiya. "Wir streben in den nächsten drei Jahren ein zweistelliges Umsatzwachstum an, und wir sind sehr gut ins Jahr 2021 gestartet."

Übrigens: Auch das Zürcher Robotik-Start-up Anybotics hat die Baubranche als Absatzmarkt im Visier. Der vierbeinige, autonome Laufroboter von Anybotics kommt zurzeit insbesondere für industrielle Inspektionen zum Einsatz - beispielsweise auf Offshore-Plattformen des malaysischen Öl- und Gasgiganten Petronas und auf dem Fabrikareal des deutschen Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen.

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