In der Hauptpost von Aarau

Update: Jetzt kann jeder ein EPD eröffnen

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von René Jaun und pbe

Es hat sehr lange gedauert, aber ab dem 3. Mai kann jeder, der dies will, in der Aarauer Hauptpost ein elektronisches Patientendossier eröffnen. Interessierte benötigen eine Einwilligungserklärung, einen gültigen Ausweis und eine TrustID.

(Source: santiago silver / AdobeStock.com)
(Source: santiago silver / AdobeStock.com)

Update vom 03.05.2021: Seit heute Morgen (3. Mai 2021) ist es endlich so weit: Wer dies will, kann sein eigenes elektronisches Patientendossier (EPD) eröffnen. Interessierte können dieses kostenlos in der Hauptpost an der Bahnhofstrasse in Aarau tun, heisst es in einer Mitteilung der Stammgemeinschaft eHealth Aargau. Deren Geschäftsführer Nicolai Lütschg spricht von einem "Meilenstein fürs Schweizer Gesundheitswesen". Auf Anfrage sagt er, er wisse nicht, wie viele Personen das Angebot schon genutzt haben. Er versichert aber: Wer die benötigten Unterlagen zur Poststelle mitbringe, könne nach erfolgreicher Anmeldung die Post verlassen und sofort auf sein EPD zugreifen.

Doch mit leeren Händen sollte man nicht bei der Poststelle erscheinen. Für die Eröffnung benötigen Interessierte nämlich eine ausgedruckte und unterschriebene Einwilligungserklärung, einen gültigen Ausweis sowie eine TrustID. Letztere ist ein digitaler Login, der mit den durch die Post verifizierten Passdaten verknüpft wird. Die TrustID ist laut Nicolai Lütschg derzeit die einzige Möglichkeit, seine Identität für das EPD bestätigen zu lassen. Später sollen auch andere Anbieter, namentlich die SwissID, dafür zugelassen werden. Weitere Informationen stellt die Stammgemeinschaft online zur Verfügung.

Laut der Medienmitteilung können Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Aargau ein EPD beantragen. De Facto werde jedoch aktuell nicht überprüft, wo genau ein Antragsteller wohne, erklärt Lütschg, somit stehe das Patientendossier der Stammgemeinschaft eHealth Aargau, welches den Namen "Emedo" (für "Elektronisches medizinisches Dossier") trägt, auch Interessierten ausserhalb des Kantons offen. In den kommenden Monaten sollen weitere Aargauer Poststellen für eine EPD-Eröffnung zugelassen werden: Schon im Juni soll laut Mitteilung die Postfiliale in Baden dazukommen, später dann Rheinfelden und Muri AG.

Originalmeldung vom 15.12.2020: Endlich! Das erste elektronische Patientendossier der Schweiz ist eröffnet

Die Schweiz hat ihr erstes elektronisches Patientendossier (EPD). Es gehört dem Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Regierungsrat eröffnete es am 11. Dezember im Kantonsspital Baden.

Gallatis Dossier läuft über die Stammgemeinschaft E-Health Aargau. Diese hatte Mitte November die Zertifizierung abgeschlossen, heisst es in der Mitteilung. Nun sei der Startschuss für die Einführung des EPDs im ganzen Kanton Aargau gefallen, schreibt die Stammgemeinschaft.

Geduld ist angesagt

Wer nun ebenfalls ein EPD eröffnen will, muss sich aber doch noch in Geduld üben. Gemäss der Mitteilung hat die Aargauer Bevölkerung voraussichtlich ab Anfang 2021 die Möglichkeit, ein eigenes EPD zu eröffnen. Der erste Standort, an dem man dies tun könne, werde die Poststelle Aarau sein.

Eigentlich hätte das EPD im April 2020 starten sollen, doch es kam wiederholt zu Verzögerungen. Begründet wurde die erneute Verschiebung am E-Health-Forum mit dem Zusammenspiel der vielen beteiligten Akteure und der wiederholt verschärften Sicherheitsanforderungen.

Im Verlauf von 2021 soll das EPD in der ganzen Schweiz verfügbar sein, sagte Adrian Schmid, Leiter E-Health Suisse, im Interview vor ein paar Monaten. "Jede Person, die in der Schweiz lebt, kann eines haben. Wie es sich aber weiterentwickelt, lässt sich nur schwer einschätzen."

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