Editorial

Die Zukunft im Blick

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George Sarpong, stellvertretender Chefredaktor, Netzwoche
George Sarpong, stellvertretender Chefredaktor, Netzwoche

Die Zukunft schwebt heran. Auf Schwingen aus Metall, Glas und Kunststoff. Angetrieben von Elektronik und intelligenter Software, Schweizer Software. Das Geschäft mit professionellen Drohnen entwickelt sich zum Big Business, und die Schweiz mischt vorne mit. Schweizer Hochschulen und ihre Spin-offs entwickeln Spitzentechnik für Drohnen: Batterien, Ortungstechnik, Feinmechanik. Anstatt ins Silicon Valley zieht es Drohnenbauer in die Schweiz, um von diesem Wissen zu profitieren. Der Boom bei den professionellen Drohnen eröffnet aber nicht nur den Bereichen Feinmechanik, Elektrotechnik und Informatik neue Geschäftsmöglichkeiten. Die professionellen Drohnen lösen Probleme in verschiedenen Wirtschaftsbereichen, wie die Titelgeschichte ab Seite 26 zeigt. Erste Unternehmen experimentieren mit den Fluggeräten und können Erfolge vorweisen. Zu diesen Pionieren zählt die Schweizerische Post. Sie testet Flugdrohnen im Tessin. Welche Erfahrungen sie in ihrem Experiment bisher sammeln konnte, erklärt Mediensprecher Oliver Flüeler auf Seite 29.

Um die Zukunft geht es auch für Citrix. CEO Kirill Tatarinov stellt die Weichen des Herstellers neu und will den Virtualisierungsspezialisten in den Markt für Sicherheitslösungen führen. Vielleicht will ­Tatarinov sein Unternehmen auch in den Hafen der (Firmen-)Ehe führen, wie seit geraumer Zeit in der Wirtschaftspresse gemunkelt wird. Dann wäre die jüngste Ausgabe der Citrix Synergy in Orlando, an der sich das Unternehmen von seiner besten Seite präsentierte, auch als Brautwerbung zu verstehen (Seite 11).

Die Zukunft der UBS hat Mike Dargan, Head of Technology, im Blick. Die digitale Transformation treibt die Finanzbranche um wie kaum eine andere: Fintech-Start-ups versuchen, die traditionellen Geschäftsmodelle von Banken mithilfe neuartiger IT-Lösungen aufzubrechen. Entwicklungen wie die Blockchain zwingen Finanz­institute, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen, wenn sie morgen noch auf dem Markt sein wollen. Hierfür benötigen Banken Mitarbeiter aus dem Hightech-Bereich. Für Unternehmen wie die UBS bedeutet dies, dass sie in Zukunft mit Tech-Grössen wie Google, Apple oder Facebook um die besten IT-Fachkräfte ringen. Wie die UBS die Topshots der Tech-Welt ins Unternehmen holen will, erklärt Dargan im Live-Interview ab Seite 18.

Die IT-Branche entwickle sich durch die Digitalisierung in Lichtgeschwindigkeit, schreibt Viola Malaguti, Managing Director Office bei HPE Schweiz (Seite 13). IT-Entscheider können sich an der Konferenz Reimagine von HPE darüber informieren, wie sie mithalten können. Oder sie lesen die Kolumne von Daniel Liebhart zum Abschluss dieser Ausgabe auf Seite 45. Liebhart ruft eine Regel ins Gedächtnis, wonach technische Trends etwa eine Dekade benötigen, bis sie sich durchgesetzt haben. Die Zukunft kommt also langsamer auf uns zu, als wir es zurzeit vielleicht empfinden. Wir können ihr also entspannt entgegenblicken.

Viel Lesevergnügen!

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